Gespräch

Nachlassverwalter im Amt: Armin Laschet und die schwierige Neusortierung der CDU

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AUTOR/IN
Marie Gediehn

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Wie man mit Würde ein Amt verlässt, darüber hat sich der Journalist Moritz Küpper in seinem Buch „Über die Kunst, ein Amt zu verlassen“ Gedanken gemacht. Auf die Frage, ob Armin Laschet sein Buch vielleicht gelesen haben könnte, meint Küpper: „Soweit würde ich nicht gehen. Aber ich glaube, Armin Laschet hat schon realisiert, vielleicht nicht direkt am Wahlabend, aber in den Stunden danach, dass seine Zeit, seine politische Zukunft jetzt erstmal zumindest in Spitzenämtern vorbei ist."

Er sei im Grunde ein Gefangener der Situation und da es theoretisch noch die Jamaika-Option gäbe, müsse er noch als eine Art Ansprechpartner fungieren. Nur durch seine eigene Rückzugsankündigung sei er „noch nicht weggemeutert worden“.

Laschet habe klar gemacht, dass er nicht mehr die Zukunft sei, wolle aber dennoch versuchen, die Zukunft bestimmen. Dass ihm das gelänge, hält Küpper aber für sehr fraglich. Ein Neuanfang überhaupt sei ganz schwer. „Es zeigt sich jetzt einfach, dass es vor allem eben die Macht, die Regierungsbeteiligung war, die diese Partei zumindest in den letzten Jahren und vielleicht auch schon immer irgendwie zusammengehalten hat, programmatisch ist da eher weniger," so Küpper. Und wo das hinsteuern werde, da wage gerade keiner, weder inner- noch außerparteilich, eine Prognose.

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Marie Gediehn