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Für die Studierenden der Hertie-School sei es essentiell, dass das Kapitel Nationalsozialismus aufgearbeitet werde, sagt Alexander Busold, ehemaliger Student an der Hertie-School, im Gespräch in SWR2. Denn es sei für die Hertie-School, die ja finanziert werde über die Hertie-Stiftung, Teil der DNA, sich für eine offene Gesellschaft einzusetzen, und in diesem Sinne sei es wichtig, die Geschehnisse der Vergangenheit zu verstehen und was da vorgefallen sei.

Ehrendes Gedenken an die Gründerfamilie Tietz als Opfer der Nationalsozialisten

„Darüber hinaus ist uns ein ehrendes Gedenken an die Opfer der Nationalsozialisten wichtig, in diesem Fall die Familie Tietz“, so Busold: „Eben weil das Ziel der Nazis die Auslöschung jüdischen deutschen Lebens war und sogar auch die Auslöschung aus der kollektiven Geschichtsschreibung, aus der Erinnerung. Und da ist uns wichtig, dass wir ein offenes Gedenken haben".

„Her.Tietz“- Initiative fordert offenen Umgang mit der NS-Vergangenheit der Hertie-Stiftung

Busold ist Mitgründer der „Her.Tietz“- Initiative, die Initiative seit fast zwei Jahren von der Hertie-Stiftung einen offenen Umgang und eine wissenschaftliche Aufarbeitung der NS-Vergangenheit fordert.

Mit Erfolg: Die gemeinnützige Hertie-Stiftung lässt jetzt die Vorgeschichte des Stiftungsvermögens wissenschaftlich untersuchen. Die Wirtschafts- und Sozialhistoriker Johannes Bähr und Ingo Köhler sollen unabhängig untersuchen, wie das von der jüdischen Familie Tietz gegründete Unternehmen Hermann Tietz oHG 1933 arisiert wurde und danach in den Besitz von Georg Karg kam, auf dessen Lebenswerk die heutige Hertie-Stiftung gründet.

Gespräch „Man muss von Schuld sprechen“: Samuel Salzborn über das Erinnern an die NS-Zeit

Superlative wie „Weltmeister der Vergangenheitsaufarbeitung“ seien nicht geeignet, die Realität in Deutschland zu beschreiben, meint Samuel Salzborn, Politikwissenschaftler an der Universität Gießen und Antisemitismusbeauftragter des Landes Berlin. Auf der politischen und öffentlichen Ebene habe es immer wieder eine Auseinandersetzung mit der deutschen NS-Vergangenheit gegeben, aber es klaffe eine große Lücke zur Gesellschaft.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Nationalsozialismus Als die Daimler-Benz AG sich an NS-Zwangsarbeitern bediente: KZ-Gedenkstätte Sandhofen erinnert

Von Oktober 1944 bis März 1945 waren in den Klassenzimmern der heutigen Gustav-Wiederkehr-Schule in Mannheim über 1000 KZ-Häftlinge eingepfercht. Als Zwangsarbeiter mussten sie für Mannheimer Unternehmen wie die Daimler-Benz AG schuften. Vor 30 Jahren eröffnete im Keller der Schule die KZ-Gedenkstätte Sandhofen, die an ein lange verdrängtes Kapitel Mannheimer Industriegeschichte erinnert.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Video-Experiment Kaiserstraße 38: Enteignung der Mainzer Familie Fulda

Jakob Neundorfer erinnert an die Enteignung des Mainzer Bankhausbesitzers Dr. Isaac Fulda. Das Haus mit der Nummer 38 in der Kaiserstraße ist eines von den wenigen gut erhaltenen Häusern, das noch den Geist der Vergangenheit ausstrahlt. Es wurde deshalb zum Ausgangspunkt seines filmischen Kurzessays: Auszüge aus Dokumenten über die Enteignung sind wie durch "Geisterhand" an die Wände geschrieben und mittels Stop-Motion-Technik festgehalten. Der Arbeitskreis "Israel" des Theresianum Mainz unterstützte die Recherchen zur Familie Fulda.  mehr...

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