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Tagtäglich verlassen Christen ihr Heimatland Irak. Das habe mit der allgemein unsicheren Lage, der Perspektivlosigkeit und der wirtschaftlichen Not zu tun, sagt Daniel Gerlach, Nahost-Experte und Mitherausgeber des Magazins „Zenith“, in SWR2.

Jeden Tag gäbe es Demonstrationen von vor allem jungen Menschen, die erfolglos auf Arbeitssuche seien. Das beträfe allerdings nicht nur die Christen. Da aber die christlichen Gemeinschaften schon länger in der Emigration seien, gäbe es ein international großes Netzwerk von irakischen Christen, die in Schweden, in den USA oder in Australien lebten. Und insofern würden Christen tendenziell stärker von der Möglichkeit Gebrauch machen, ins Ausland zu gehen.

Was kann der Papst mit dieser Reise erreichen? „Ich denke, was er damit erreichen kann ist, dass er den die Irakern zeigen kann, dass sie die Aufmerksamkeit und die Achtung der christlichen Kirche, aber auch Europas verdient haben. Dass man den Irak für wichtig erachtet, dass man möchte, das dieser Irak, der letztendlich eine Art Eckpfeiler der Stabilität im Nahen Osten ist, nicht zerfällt und man der irakischen Gesellschaft die Hand ausstrecken möchte. Und dass man alle Schritte würdigt, die in Richtung einer multikonfessionellen und gleichberechtigten, vielfältigen Gesellschaft gehen. Das ist eine Geste von Papst Franziskus, die ich sehr anerkennenswert finde und daran können sich die europäischen Staaten wirklich ein Beispiel nehmen", so Gerlach.

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