Gespräch

#IchBinHanna-Mitinitiatorin Amrei Bahr: Nachwuchskräfte in der Wissenschaft brauchen endlich eine Perspektive

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Seit dem Sommer 2021 haben tausende Wissenschaftler*innen unter dem Hashtag #IchBinHanna auf die prekären Arbeitsbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs aufmerksam gemacht. Derzeit müssten sich viele Beschäftigte von einem Kettenvertrag zum nächsten hangeln, so die Mitinitiatorin von #IchBinHanna, Amrei Bahr, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Düsseldorf, in SWR2.

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Beschäftigte müssen für gesamte Promotionsdauer eine Stelle haben

„In der Promotion machen die Mitarbeitenden 13 Überstunden in der Woche im Schnitt. In der Postdoc-Phase, also nach der Promotion, sind es zehn Überstunden in der Woche. Das zeigt eigentlich schon, dass der Laden nur noch am Laufen gehalten wird, weil die Leute sich eben so engagieren.“ so Bahr.

Künftig müsse sichergestellt werden, dass Beschäftigte für die gesamte Dauer ihrer Promotion eine Stelle hätten, fordert Amrei Bahr. „Für die Phase nach der Promotion brauchen wir mehr Dauerstellen“.

Auf einer Aktionskonferenz sollen konkrete Forderungen formuliert werden

Es müsse möglich werden, sich wissenschaftlich in den Postdoc-Jahren wirklich weiterzuentwickeln. „Wir dürfen Wissenschaft nicht mehr von der Professur als Mittelpunkt denken, sondern die Realität von Forschung und Lehre in Deutschland anerkennen. Daran sind nämlich ganz viele Personen beteiligt, die keine Profs sind.“

Auf einer Aktionskonferenz der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, GEW, sollen jetzt Forderungen an Bund und Länder, Hochschulen und Forschungseinrichtungen formuliert werden.

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