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Die Juristin und FDP-Politikerin Karoline Preisler ist bundesweit bekannt geworden nach ihrer schweren Corona-Erkrankung durch ihr Twitter-Tagebuch und geht auf Querdenkerdemos, um aus eigener Erfahrung auf die Gefahren von Covid 19 aufmerksam zu machen.

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Doch die Fronten seien verhärtet, sagt Preisler in SWR2. Viele Menschen auf den Demos hätten geschlossene Weltbilder, hingen ihren Verschwörungserzählungen an und hätten - entgegen der Realität - die feste Überzeugung, dass es sie nicht erwischen könne.

„Aber es ist mir wichtig, ihnen zu sagen, dass ich sie höre und dass ich sie sehe und eben auch Auswege aufzeige“, sagt Preisler.

„Herr Schiffmann hat einfach knallharte finanzielle Interessen“

Jenseits von Attila Hiltmann, „der braucht einfach Hilfe, mit dem ist was nicht in Ordnung“, und Bodo Schiffmann, der „knallharte finanzielle Interessen“ habe, spreche sie mit Menschen, die aus Verzweiflung oder Kummer zu Demonstrationen kämen und zum Teil gute Gründe hätten, hunderte von Kilometern auf Demonstrationen zu fahren.

Viele Demonstranten haben gute Gründe oder sind verunsichert

Diesen Menschen möchte Preisler gerne demokratische Möglichkeiten aufzeigen, sich Gehör zu verschaffen und sie unterstützen. „Denen kann ich tatsächlich helfen, denn wenn sie in dieser Gesellschaft mit Antisemiten und Rechtsextremen ihre Anliegen vorbringen, verpuffen auch die allerbesten Gründe. Also zeige ich ihnen andere demokratische Möglichkeiten auf, ihr Anliegen doch noch dorthin zu bringen, wo sie es dann eben vielleicht erfolgreich ändern können“, so Preisler.

Mitten in der dritten Welle der Pandemie beginnen neue Demonstrationen die Gegner der Coronamaßnahmen wieder zu trommeln. Querdenker gehen in den nächsten Tagen wieder auf die Straße, in Ulm, Sinsheim, Darmstadt und für Karsamstag kommender Woche ist eine große Demonstration in Stuttgart geplant.

Ein ausführliches Gespräch mit Karoline Preisler führte SWR2 Tandem

Berlin

Gespräch Mit Querdenkern reden — die Politikerin Karoline Preisler

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Mannheim

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Die "Querdenken"-Demonstrationen im November 2020 haben dazu beigetragen, dass sich das Corona-Virus innerhalb Deutschlands stark verbreitet hat. Das zeigt jetzt eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim und der Humboldt-Universität zu Berlin. Tausende Infektionen hätten wohl vermieden werden können.  mehr...

Gespräch Was steckt hinter „Querdenken“?

„Querdenken“ ist eine politische, aber keine soziale Bewegung, sagt der Protestforscher Dieter Rucht, Soziologe am Wissenschaftszentrum Berlin. Hier werde keine grundlegende Veränderung der Gesellschaft angestrebt, sondern ein engeres Thema verfolgt. Die Rhetorik der Bewegung, etwa das klare Bekenntnis zum Grundgesetz, suggeriere „Wir sind aufrechte Demokraten“, erklärt Ruch im Gespräch mit SWR2. „Wenn man sich allerdings ansieht, wer da alles spricht, dann kommen doch Zweifel an der Demokratiefestigkeit dieser Gruppierung auf.“  mehr...

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