Zeitgenossen

Mirna Funk: „Porsche ist für Frauen gemacht“

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INTERVIEW
Kristine Harthauer

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„Mir wird gern vorgeworfen, ich wäre so wie Männer.“ Ein Vorwurf, der Mirna Funk schmunzeln lässt. „Ich finde es super lustig, wenn Leute, die die Rollen abschaffen wollen, dann bei einer Frau, die ein schnelles Auto fährt, sagen, sie würde ja nur den Mann spielen“.

Sex als Kolumnen-Thema

Mirna Funk polarisiert: Sie zeigt sich gern mit ihrem alten Porsche, sie schreibt über Sex, über ihr Leben als glückliche Single-Mutter, sie klärt über das moderne Judentum auf und studiert nebenbei Philosophie an der Humboldt-Universität. Zudem ist sie Autorin zweier Romane und zahlreicher Artikel.

Aufgewachsen ist sie als eine der wenigen Jüdinnen in der DDR. In Berlin lebt Mirna Funk noch heute mit ihrer kleinen Tochter, doch auch Tel Aviv ist für sie Heimat. Ihre jüdische Identität musste sie erst für sich entdecken. Als Kind habe sie sich lange gefühlt wie ein Partikel im Weltall, „das erstmal allein klarkommen muss. Diesen Weg musste ich allein gehen. Und das hat sich lange Zeit erst mal unangenehm angefühlt.“ Heute wisse sie, dass dieser Weg sie zu der Mirna Funk gemacht habe, die sie ist.

Frauen haben Freiheiten

Für ihre Art zu leben, erfährt Mirna Funk viele Anfeindungen, auch von linken Feministinnen. Denn sie eckt mit ihrer offenen und selbstbewussten Art an und inspiriert so eine neue Generation moderner Frauen: „Wenn ich irgendeinen Programmpunkt in meinem Leben habe, dann es ist nicht, zu provozieren. Es geht mir darum, Frauen daran zu erinnern, dass sie Freiheiten haben, die sie nur ergreifen müssen.“

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Ihrem Selbstverständnis nach war die DDR antifaschistisch und frei von Judenhass. Doch gerade die Staatsspitze bekämpfte den Staat Israel gezielt – mit bis heute spürbaren Folgen.

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