Gespräch

MEMO-Studie – Verschwörungserzählungen begünstigen das Verharmlosen der NS-Zeit

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Wie erinnert sich die deutsche Gesellschaft an die Zeit des Nationalsozialismus? Das untersucht seit 2017 der Erinnerungsmonitor MEMO des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld.

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Zwangsarbeit in der NS-Zeit - ein vergessenes Thema

Der gesellschaftliche Anspruch sei da, an alle NS-Opfergruppen zu erinnern, die Realität sehe allerdings anders aus, sagt Michael Papendick, Mitautor der MEMO-Studie. Viele Opfergruppen des NS-Regimes seien den Befragten gar nicht bewusst.

Ein besonders vergessener Themenbereich sei auch die Zwangsarbeit in der NS-Zeit; das Wissen darüber sei in der politischen Bildung stark unterrepräsentiert, so Papendick. Die Zahlen der Zwangsarbeiter*innen im von Deutschland besetzten Europa würden von vielen Befragten deutlich unterschätzt.

Anhänger von Verschwörungserzählungen zweifeln häufiger am Ausmaß der Judenverfolgung

Auffällig sei in der neuesten MEMO-Studie auch: die Befragten, die an Verschwörungserzählungen in der Gegenwart glaubten, würden auch verstärkt das Ausmaß der Judenverfolgung in der NS-Zeit in Zweifel ziehen, sagt Michael Papendick. Außerdem würde in dieser Gruppe oft das Leid der deutschen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg mit dem Leid der NS-Verfolgten gleichgestellt.

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