Gespräch

Meilenstein für die Deutsch-Israelischen Beziehungen – israelischer Präsident spricht im Bundestag

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INTERVIEW
Philine Sauvageot

Die Zeichen scheinen auf Versöhnung zu stehen. Endlich hat sich die Bundesregieurng mit Israel auf eine Entschädigung der Familien der Attentats-Opfer von München 1972 geeinigt. Während Steinmeier das Deutsch-Israelische Verhältnis als „Wunder“ bezeichnete, sähe man dieses in Israel jedoch eher als „Prozess“ an, sagt Gisela Dachs in SWR2.

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Späte Wiedergutmachung nach dem Attentat

Erst kurz vor dem 50. Jahrestag des Olympia-Attentats hat sich die Bundesregierung mit Israel auf eine Entschädigung der Familien der Attentats-Opfer geeinigt. Nun sprach der israelische Präsident Izak Herzog darüber auch im Bundestag.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerte er sich versöhnlich. Die Verständigung erlaube es, sich mit Fehlern und menschlichen Tragödien auseinanderzusetzen und daraus für die Zukunft zu lernen, so Herzog.

Die Rede von Bundespräsident Steinmeier im Deutschen Bundestag zum 50. Jahrestag der Olympia-Attentate sei durchaus in Israel wahrgenommen worden, meint Gisela Dachs. In SWR2 erläutert die Sozialwissenschaftlerin, wie Deutsche und Israelis heute aufeinander blicken.

Prof. Gisela Dachs ist Professorin am DAAD Center for German Studies und dem European Forum an der Hebräischen Universität von Jerusalem und forscht zu den Einstellungen der Bürger und Bürgerinnen in Israel und Deutschland zueinander

Geschichte Die Olympischen Spiele 1972 – Münchens Sommertragödie

München wollte 27 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein neues Deutschland präsentieren – heiter und offen. Doch die Terroranschläge machten aus dem Sportfest eine Tragödie.  mehr...

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Zeitgeschichte Staatsfeind Israel – Antisemitismus in der DDR

Ihrem Selbstverständnis nach war die DDR antifaschistisch und frei von Judenhass. Doch gerade die Staatsspitze bekämpfte den Staat Israel gezielt – mit bis heute spürbaren Folgen.  mehr...

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Gespräch ,,Judenbub“- Autor Rafael Seligmann über seine Jugend im Nachkriegsdeutschland

1957 kehrte der Schriftsteller Rafael Seligmann mit seinen Eltern aus Israel ins Nachkriegsdeutschland zurück. Von Anfang an sei er, der damals Zehnjährige, ein Außenseiter gewesen. Vor allem in der Schule,in der sich die Lehrer lustig machten über ihn- : ,,Wenn der Lehrer ständig hetzt und vor meinen Klassenkameraden sagt, Du kannst ja kaum rechnen, wie willst Du denn später Deine deutschen Kunden übervorteilen?, so entstehen Vorurteile“. Als Jude sei man im Nachkriegsdeutschland physisch sicher gewesen, aber der Antisemitismus sei damals „ehrlich und offen“ gewesen. Heute verberge er sich hinter Antizionismus: ,,Gegen Juden hat man nichts, nur gegen Israelis“. „Früher war es die Judensau, die in Wittenberg und an anderen Kirchen hängt. Und wenn wir jetzt nach Kassel zur Documenta schauen, sehen wir plötzlich wieder die Judensau, diesmal aus dem globalen Süden“. Trotzdem will Seligmann optimistisch bleiben:,,Wir Juden sind seit 1700 Jahren Teil der deutschen Geschichte. Wir gehören dazu, als Tatsache, als Bereicherung“. Trotz der 6 Millionen Toten der Shoah sagt der Autor: „Die Zukunft müssen wir gestalten, nicht nur in Trauer, sondern auch in Lebensfreude“.
Rafael Seligmann stellt am Sonntag, dem Europäischen Tag der jüdischen Kultur, in Ulm sein neues Buch vor. Es heißt „Rafi, Judenbub- die Rückkehr der Seligmanns nach Deutschland“ und ist im Verlag Langen Müller erschienen.  mehr...

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Berlin

Leben Nach dem Holocaust – Familie Seligmanns Rückkehr nach Deutschland

Der Schriftsteller Rafael Seligmann war 10 Jahre alt, als seine Eltern 1957 beschlossen aus dem noch jungen Staat Israel nach Deutschland zurückzukehren.  mehr...

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Philine Sauvageot