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INTERVIEW

Das Ziel von Falschmeldungen und Verschwörungstheorien im Internet sei die politische und gesellschaftliche Destabilisierung, sagt der
Soziologe Dr. Matthias Quent, Direktor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena, in SWR2.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Die Corona-Krise würde genutzt, um die Glaubwürdigkeit der Regierung in Zweifel zu ziehen. So würden etwa Fotos im Internet geteilt, die angeblich zeigten, dass eine neue Aufnahmestelle für Geflüchtete errichtet werden würde. Dabei seien es in der Realität Fotos von einem Lazarett für Corona-Opfer. Mit diesen Mitteln würde die Corona-Krise ethnifiziert, so der Experte, um eine neue nationale Ausrichtung der Politik zu fordern.

Die Falschmeldungen könnten im Prinzip jeden verunsichern, sagt Quent. Besonders aber fühlten sich Menschen angesprochen, die sowieso ein geringes Selbstwertgefühl hätten und grundsätzlich desorientiert seien, so der Soziologe.

SWR2 fragt in einer Gesprächsreihe, ob die Coronakrise gesellschaftliche Entwicklungen beschleunigen könnte, sei es im Klimawandel, im Gesundheitswesen oder bei der Digitalisierung.

Gesprächsreihe Die Corona-Krise als Beschleuniger — welche gesellschaftlichen Folgen hat die Pandemie?

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Buchkritik Matthias Quent - Deutschland rechts außen. Wie die Rechten nach der Macht greifen und wie wir sie stoppen können.

Den Jenaer Rechtsextremismus-Forscher Matthias Quent erstaunt der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke wenig: Die Gewalt ist nicht neu, die Politik hat zu lange weggeschaut und gibt den Rechten zu sehr nach. Sein Buch "Deutschland rechts außen" liefert beunruhigende Hintergründe zu den Strategien der rechten Szene sowie Vorschläge, wie man ihr möglichst schnell begegnen sollte.
Rezension von Eva Karnofsky.

Piper Verlag
ISBN 978-3-492-06170-4
304 Seiten
18 Euro  mehr...

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