Gespräch

Marie-Juchacz-Preis 2021 für ZDF Fußball-Reporterin Claudia Neumann

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Ungewohntes zu adaptieren sei ein längerer Prozess, sagt Sportjournalistin Claudia Neumann in SWR2 — gerade beim Fußball verstehe man eben keinen Spaß. Sie selbst kommentierte 2016 als erste Frau die Fußball-EM der Herren im TV und erlebte einen großen Shitstorm im Netz.

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Aus dieser Erfahrung entstand der Buchtitel „Hat die überhaupt 'ne Erlaubnis, sich außerhalb der Küche aufzuhalten?“. Bei ihren Reportagen über Frauen im Männer-Profi-Fußball — jenseits des Rampenlichts — habe sie festgestellt, dass diese insgesamt dort nur im einstelligen Prozentbereich vorkommen.

Aber es bewege sich was und man sollte sich bei den Live-Kommentaren schon mal an eine andere Herangehensweise von Frauen gewöhnen — es gebe nicht nur diesen einen — männlichen — Reporterduktus.

Von ihren Reporterkolleg*innen habe sie stets Unterstützung bekommen, der Gegenwind bei ihrer Kommentator*innen-Tätigkeit sei vornehmlich aus dem Publikum gekommen. Wobei es neben dem Shitstorm auch viele positive Äußerungen gegeben habe.

Dass sie den Marie-Juchacz-Frauenpreis des Landes Rheinland-Pfalz bekommen habe, sei eine große Ehre und bedeute die Verantwortung, ein gutes Vorbild zu sein. Die Auszeichnung wird am Internationalen Frauentag von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin verliehen.

Zeitgenossen Claudia Neumann: „Frauen können Fußball kommentieren!“

Sie will weder eine „Ikone der Frauenbewegung“ sein, noch ein „Opfer“. Die ZDF-Sportjournalistin Claudia Neumann will einfach nur den Job machen, den sie mag und gut kann. Der Shitstorm in den sozialen Medien begann, als sie wichtige Spiele der Nationalmannschaft live kommentierte, als erste Frau in Deutschland. Mit diesem Einbruch in eine Männerdomäne gilt sie anderen jungen Reporterinnen als Vorbild.  mehr...

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Feminismus Weltfrauentag 2021: Wir feiern 100 Jahre Internationaler Frauentag am 8. März

Kultur ohne Frauen? Geht nicht! Zum Internationalen Frauentag am 8. März — zwar kein Feiertag, aber doch ein großes Fest — stellt SWR2 weibliche Kulturschaffende vor und rückt deren Beiträge besonders in den Fokus.  mehr...

Gespräch SWR Umfrage: Sexismus gehört zum Alltag von Spitzensportlerinnen

Über 700 Spitzensportlerinnen hat der SWR in einer anonymen Umfrage befragt, über ihre Erfahrungen mit Sexismus, Familienplanung oder Stalking im Internet. Sexismus sei Teil des Alltags dieser Sportlerinnen, 36 Prozent der Befragten hätten angeben, Sexismus zu erleben, sagt SWR-Sportredakteurin Julia Metzner. Im Spitzensport gebe es einen Leistungsdruck, der von Autoritäten wie den Trainern ausgenutzt werden könne und 77 Prozent der befragten Sportlerinnen würden von Männern trainiert.
Die Sportlerinnen wiesen auch darauf hin, wie sehr ihr Erfolg in ihrem Sport von ihrem Aussehen abhänge, berichtet Julia Metzner. Eine Sportlerin habe berichtet, dass sie von Fotografen beim Spagat in den Schritt fotografiert wurde. Es werde so der Eindruck untermauert, dass der Körper der Sportlerinnen wichtiger sei als der Sport. Hinzu komme auch die ökonomische Diskriminierung von Frauen. 40 Prozent der Sportlerinnen verdienten weniger als 10.000 EURO im Jahr in ihrem Sport. Man müsse eindeutig sagen: Vom Ansehen her stehe der Frauensport bei Sponsoren ganz unten.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Gespräch Edith Heitkämper (ProQuote Medien) zum Frauenanteil in Führungspositionen: „Regionalzeitungen sind Schlusslicht“

Bei den Regionalzeitungen seien die Chefredakteurinnen rar gesät, sagt Edith Heitkämper, NDR-Redakteurin und Vorsitzende des Vereins „Pro Quote Medien“. Von 108 Chefredakteursstellen bei den Regionalen seien gerade einmal acht von Frauen besetzt. Insgesamt könne man von einem „Frauenmachtanteil“ von knapp 10 Prozent ausgehen.  mehr...

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