Mosbach Maria Zeitler: Die Urne kam per Post

Stolperstein im Gartenweg 5

Maria Zeitler aus Mosbach war eine der Ersten in der Region, die der sogenannten "Euthanasie-Aktion T4" der Nationalsozialisten zum Opfer fiel. Die junge Behinderte wurde in Grafeneck vergast. Ein Neffe hat die Geschichte recherchiert und rekonstruiert.

Kurzbiografie:

Maria Zeitler (*1911) kam schon mit drei Jahren in die damaligen Johannes-Anstalten in Mosbach. Ihr Vater, Mosbacher Postbeamter, hoffte, dass sie hier gut versorgt würde. Als "geistig behindert" wurde sie 1940 von Mosbach nach Grafeneck deportiert und vergast. Den Eltern teilten die Behörden mit, Maria sei in einem österreichischen Pflegeheim an Typhus gestorben. Die Versandkosten für die Urne mit der Asche einer sehr wahrscheinlich völlig fremden Person kosteten eine Reichsmark.

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