Kaiserslautern Margot Wicki Schwarzschild: Der Hölle von Gurs entkommen

Sie lebte mit ihrer Familie in der Steinstraße 30

Das frühe Ende einer Kindheit: Als Neunjährige wurde sie verschleppt.

Foto der Familie Schwarzschild bei einem Ausflug in den Pfälzerwald (Foto: Privat -)
Familie Schwarzschild bei einem Ausflug in den Pfälzerwald: die Eltern versuchen mit Picknickkorb und Hängematte ein Stück unbeschwerte Kindheit für ihre Töchter aufrecht zu erhalten Privat -


Margot Wicki-Schwarzschild (*1931) lebt heute in der Schweiz. Sie hält als Zeitzeugin regelmäßig Vorträge in Schulen und in ihrer Heimatstadt Kaiserslautern. Bis heute ist sie den Menschen dankbar, die ihr halfen zu überleben: Eine Lehrerin in der Schweiz schickte ihrer Familie Lebensmittelpakete ins Lager Gurs, eine Schweizer Rotkreuzschwester rettete sie vor der Deportation.

Ansichtskarte von der Steinstraße in Kaiserslautern (Foto: Privatbesitz Roland Paul -)
Die Steinstraße in Kaiserslautern Privatbesitz Roland Paul -

Margot Wicki-Schwarzschild wurde wie die meisten Juden aus Baden und der Pfalz mit ihrer Familie nach Gurs deportiert. Ihre zwei Jahre ältere Schwester hatte Familienfotos mitgenommen – darunter eines der Mutter im Kommunionskleid. Nach langen Diskussionen akzeptierte der für die Selektion zuständige Lagerleiter dies als Beweis, dass die Mutter Christin sei. So blieben Mutter und Töchter von der Deportation in den Osten verschont. Sie kehrten 1945 nach Kaiserslautern zurück. Erwarteten die Rückkehr des Vaters, strickten hoffnungsfroh Socken für ihn. Doch Rudolf Schwarzschild war in Auschwitz ermordet worden.

STAND