Mann oder Frau? Das Bibelhaus Frankfurt zeigt die Geschlechtervielfalt in Gottesbildern

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Welches Geschlecht hat Gott? Ist er weiblich oder männlich – oder sind das ohnehin falsche Kategorien, um Gott zu beschreiben? Niemandem solle ein bestimmtes Gottesbild abgesprochen werden, sagt Veit Dinkelaker, Pfarrer und Direktor des Bibelhauses Frankfurt, über die Ausstellung „G*tt w/m/d — Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten“. Man könne sich Gott ebenso als „König“, „Vater“ oder als „liebende Mutter“ vorstellen. „Es wäre völlig vermessen, jemandem zu sagen: ,Du darfst dir Gott nicht mehr als Vater vorstellen‘“, so Dinkelaker in SWR2, „aber es wäre genauso vermessen zu sagen: ,Er ist nur das‘.“

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Mit Hilfe von 80 Exponaten wolle die Ausstellung im Frankfurter Bibelhaus zeigen, dass es schon in der Bibel unterschiedliche und vielfältige Vorstellungen von Gott gegeben habe. Beispielsweise, so Dinkelaker, sei Barmherzigkeit einer der zentralen Begriffe in der Bibel, werde im Hebräischen aber tatsächlich von der Gebärmutter abgeleitet. Veit Dinkelaker erklärt dazu: „Auch wenn ein Vater barmherzig ist, ist er eigentlich Mutter.“ Insofern sei ein „barmherziger Vater“ natürlich auch kein Mann im biologischen Sinne.

Anders als das Bilderverbot der Bibel nahelege, habe es bereits in der frühen Antike unendlich viele Bilder von Gott in verschiedenen Geschlechterrollen gegeben. In der Ausstellung lasse sich das anhand von 2.800 Jahre alten Figurinen zeigen. Dinkelaker verweist auf das Buch Genesis, wonach Gott den Menschen nach seinem Ebenbilde, als Mann und Frau, erschaffen habe.

Die Ausstellung präsentieren Interviews mit Menschen, „die sich mit dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugewiesen wurde, nicht mehr identifizieren“. Der Museumsleiter Dinkelaker findet: „Wir sollten offen sein für Leute, die in die Bibel schauen und dort nach Bildern suchen, die über den ,Vater‘ hinausgehen.“

Die Ausstellung „G*tt w/m/d - Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten“ läuft vom 23. Juni bis 19. Dezember 2021 im Bibelhaus Frankfurt.

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