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Superlative wie „Weltmeister der Vergangenheitsaufarbeitung“ seien nicht geeignet, die Realität in Deutschland zu beschreiben, meint Samuel Salzborn, Politikwissenschaftler an der Universität Gießen und Antisemitismusbeauftragter des Landes Berlin. Auf der politischen und öffentlichen Ebene habe es immer wieder eine Auseinandersetzung mit der deutschen NS-Vergangenheit gegeben, aber es klaffe eine große Lücke zur Gesellschaft.

Die nationalsozialistische Täterschaft durchziehe fast alle Familien. Doch dort gebe es ein jahrzehntelanges kontinuierliches Beschweigen der familiären NS-Vergangenheit. Gleichzeitig lebten in der Gesellschaft antisemitische Ressentiments weiter. Studien zeigten, dass viele Deutsche immer noch der Auffassung sind, dass ihre Vorfahren mit dem Nationalsozialismus nichts zu tun gehabt hätten. Für eine wirkliche Aufarbeitung der NS-Zeit müsse man von konkreter Schuld sprechen. Alles andere entlasse die nachfolgenden Generationen aus der Verantwortung für die Geschichte, so Samuel Salzborn.

Nationalsozialismus Als die Daimler-Benz AG sich an NS-Zwangsarbeitern bediente: KZ-Gedenkstätte Sandhofen erinnert

Von Oktober 1944 bis März 1945 waren in den Klassenzimmern der heutigen Gustav-Wiederkehr-Schule in Mannheim über 1000 KZ-Häftlinge eingepfercht. Als Zwangsarbeiter mussten sie für Mannheimer Unternehmen wie die Daimler-Benz AG schuften. Vor 30 Jahren eröffnete im Keller der Schule die KZ-Gedenkstätte Sandhofen, die an ein lange verdrängtes Kapitel Mannheimer Industriegeschichte erinnert.  mehr...

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Leben Das Leben als Überlebende - Margot Friedlander lässt die Deutschen nicht vergessen

Eine der letzten Zeitzeugen des Holocaustfeiert am 5. November 2020 ihren 99. Geburtstag. Margot Friedlander ist 1921 in Berlin geboren und bleibt bis ins hohe Alter aktiv.  mehr...

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Gespräch 75 Jahre Jüdische Kulturwochen in Stuttgart: Michael Wolffsohn über Antisemitismus und Krisen

Krisenzeiten seien Hochzeiten des Judenhasses – das liege in der Natur des Menschen, nicht nur in Deutschland, sagt der Historiker Michael Wolffsohn in SWR2. Das zeige der Blick auf die aktuelle Situation in der Pandemie und in die Geschichte. Der Antisemitismus sei mehr als 3.000 Jahre alt und zu seiner Bekämpfung sei nicht nur die Politik gefordert, sondern es sei ein Problem der gesamten Gesellschaft.  mehr...

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