Umstrittene Protest-Aktionen

Letzte Generation Sprecherin Aimée van Baalen: Wegsperren der Aktivist*innen wird die Klimakrise nicht lösen

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Frauke Oppenberg

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Die radikalen Aktionen der „Letzen Generation“ polarisieren die Gesellschaft. Von Seiten der Politik werden die Töne zunehmend härter. Die Diskussion über die Legitimität der Proteste sei jedoch eine Ablenkungsdebatte, meint die Sprecherin Aimée van Baalen im Gespräch mit SWR2.

„Wir sehen, dass wir den Protest in die Mitte der Gesellschaft tragen müssen.“

Zuvor seien die Proteste nicht wahrgenommen worden, meint Aimée van Baalen. Die Aktionen stünden in Zusammenhang mit dem Anliegen, auf das Versagen der Regierung in der Klimakrise aufmerksam zu machen. Insofern seien die Aktionen eben keine Gefahr für die Öffentlichkeit, denn das Ziel sei, dass die Demokratie nicht zusammen mit der Klimakrise untergehe, so van Baalen. Der politische Diskurs um eine angebliche „Klima-RAF“ sei deshalb eine „Ablenkungsdebatte“.

Ziviler Ungehorsam sei das passende Mittel für effektiven Widerstand. Dafür nehmen die Aktivist*innen auch finanzielle Einbußen wie Geld- oder sogar Haftstrafen in Kauf. Doch das Wegsperren der Aktivist*innen wird das Klimaproblem nicht lösen, sagt die Sprecherin.

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