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Auf der Suche nach Erinnerungsspuren von polnischen Zwangsarbeiter*innen

Das Projekt „Lebenszeichen. Polen und der Zweite Weltkrieg – Erinnerungsorte in Deutschland“ sucht nach Erinnerungsspuren von Pol*innen, die während des Zweiten Weltkriegs in Rheinland-Pfalz und dem Saarland gewesen sind.

Über 200.000 Menschen waren damals auf dem Gebiet der beiden Länder zur Zwangsarbeit in der Landwirtschaft, im Bergbau und in Munitionsfabriken gezwungen, darunter mehrere zehntausend aus Polen.

Es gehe bei dem Projekt darum, „eine Lücke zu schließen“ in der Erinnerung an die Menschen aus Polen, sagt Christof Schimsheimer, Wissenschaftler am Deutschen Polen-Institut in Darmstadt. Das, was individuell an ehemalige Zwangsarbeiter*innen erinnere, müsse für die Forschung zugänglich gemacht werden.

Die Geschichte muss im Bewusstsein der deutschen Bevölkerung ankommen

Deshalb auch der Aufruf an Bürger*innen, dem Deutschen Polen-Institut Erinnerungsspuren mitzuteilen. Menschen, die als Kinder selbst noch Zeitzeug*innen der Zwangsarbeit in Rheinland-Pfalz oder dem Saarland gewesen sind, oder von noch bestehenden Erinnerungsspuren wüssten, könnten im Rahmen des Projekts das Deutsche Polen-Institut kontaktieren.

Neben dem zentralen Gedenkort in Berlin für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung seien auch dezentrale Erinnerungsorte und „Erinnerungslandschaften“ wichtig, meint Christof Schimsheimer. Vor Ort könne die dezentrale Erinnerung einen Zugang zu einer Geschichte bieten, die in einem viel größeren Zusammenhang geschehen sei. Die Erinnerung vor Ort sei immer mit der zentralen Erinnerung an Gedenkorten wie in Berlin verknüpft.

Die Verbrechen der Wehrmacht und der SS in Polen seien heute gut aufgearbeitet. Eine andere Frage sei aber, wie weit diese Geschichte im Bewusstsein der deutschen Bevölkerung wirklich angekommen sei. Forschung gebe es, aber die „Präsenz dieser Erkenntnisse“ sei immer noch unzureichend, so Christof Schimsheimer.

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