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Kunst aus den Kolonien – Vom Umgang mit geraubten Kulturgütern

STAND

Silke Arning diskutiert mit
Prof. Dr. Inés de Castro, Ethnologin und Direktorin des Linden-Museums Stuttgart
Prof. Dr. Andreas Eckert, Historiker und Afrikawissenschaftler, Humboldt-Universität Berlin
Prof. Dr. Sophie Schönberger, Juristin für Kunst- und Kulturrecht, Universität Düsseldorf

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Frankreich hat letzte Woche ganz offiziell 26 Kunstobjekte an Benin zurückgegeben. Die weltweit erste bedeutende Restitution von Kunst nach Afrika seit dem Ende des Kolonialismus, so die Einschätzung von Experten. Auch aus Deutschland sollen erste Benin-Bronzen im kommenden Jahr zurückgehen.

Die Debatte um die Benin-Bronzen steht symbolhaft für den Umgang mit geraubten Kolonialgütern.

Doch welche Objekte kommen für eine Rückgabe in Frage? Was wird dadurch erreicht? Und kann man Holocaust und Kolonialverbrechen in der Restitutionsdebatte miteinander in Beziehung setzen?

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Nach der umstrittenen Einigung zwischen Deutschland und Nigeria über eine „substanzielle“ Rückgabe der Benin-Bronzen im April 2021, sind nun zum ersten Mal alle Informationen zu den betroffenen Museumsobjekten auf einer Webseite aufgelistet und öffentlich zugänglich.  mehr...

Streitpunkt Restitution

Gespräch Außereuropäische Sammlungen des Humboldt-Forums werden eröffnet

Man habe seit zwei Jahren vier Provenienzforschungsstellen eingerichtet, sagt Prof. Lars Christian Koch, Direktor für die Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin im Humboldt Forum, im Gespräch mit SWR2. Und könne damit gezielt auf die aktuellen Herausforderungen im Umgang mit der Problematik Kolonialismus antworten. Es gäbe also in der Museumsarbeit eine Mischung aus zeitgenössischer Herangehensweise an die koloniale Sammlung und ihrer Aufarbeitung in der Gegenwart. Die Ergebnisse präsentiere man dann in den Ausstellungen.
Er habe keine Sorge, dass das Museum zukünftig leer sein werden, denn man arbeite sehr eng mit den Herkunftsländern zusammen und habe inzwischen auch schon eine Reihe von Objekten zurückgegeben. Auch im Zusammenhang mit den Benin-Bronzen sei man in engem Kontakt mit den Kollegen in Nigeria und auch da werde es substanzielle Rückgaben geben. „Wir werden natürlich mit den Kollegen sprechen, was muss zurück, was kann zurück und wie können wir dieses Wissen teilen," sagt Koch.
Ganz klar sei für ihn, dass in der Frage der Rückgabe nicht die Politik das Sagen habe, sondern die Herkunftskulturen über den Verbleib ihrer Objekte entscheiden müssten. „Nicht wir entscheiden, was wir zurückgeben, sondern es muss in dem Zusammenhang sein, dass wir nicht über jemanden reden, ohne sie einzubeziehen," sagt Koch.
In Berlin eröffnet Bundespräsident Frank Walter Steinmeier heute mit einem Festakt die außereuropäischen Sammlungen des Humboldt-Forums: das Ethnologischem Museum und das Museum für Asiatische Kunst.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch Juristin Sophie Schönberger über Restitution: „Wir überfordern die Museen“

„Da mutet man Museen deutlich zu viel zu“, warnt die Juristin Sophie Schönberger. Nicht die Museen sollten Gerechtigkeit wiederherstellen und im Einzelfall entscheiden, ob geraubte Kulturgüter an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden. Vielmehr müsse die Politik klare Regeln vorgeben.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

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Bildung Kolonialgeschichte im Schulunterricht – Zu weiße Perspektive?

Was lernen Schüler*innen über Rassismus und Kolonialismus? Während manche Klassen das Thema zeitgemäß diskutieren, sprechen andere nicht oder nur einseitig über Kolonialgeschichte.  mehr...

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