Dialektförderung

Landespolitiker wollen Mundart-Dachverband für Baden-Württemberg

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Aufkleber Alles außer Hochdeutsch (Foto: IMAGO, Arnulf Hettrich)
Bei der letzten Image-Werbung für Baden-Württemberg war das Land stolz auf seine Dialektverwendung. Arnulf Hettrich

In Baden-Württemberg soll 2023 ein Dachverband für Mundart und Dialekte gegründet werden. Das kündigte eine Gruppe von Landtagsabgeordneten am 6. September in Stuttgart an. „Wichtig ist uns, dass in dem Dachverband alle Dialekte zwischen Bodensee und Odenwald, Rheinebene und Hohenlohe vertreten sind und gestärkt werden“, hieß es.

Vorbild Hessen

Es gelte, die Vielfalt alemannischer und fränkischer Dialekte im Land als „lebendiges Kulturerbe“ zu erhalten und zu stärken, insbesondere auch bei jüngeren Menschen. Ziel sei es, Vereine, Wissenschaftler, Künstler sowie interessierte Einrichtungen und Personen im Land besser zu vernetzen. Vorbild sei der hessische Dialekt-Dachverband „Mundart“. Den Angaben zufolge haben bereits rund 20 Vereine, Wissenschaftler und Künstler aus allen Landesteilen Baden-Württembergs Interesse an der Gründung eines Mundart-Dachverbandes geäußert.

Dialektpreise schon 2024?

Die Abgeordneten Markus Rösler (Grüne), Willi Stächele (CDU), Andreas Kenner (SPD) und Jochen Haußmann (FDP) vertreten den Angaben zufolge 57 amtierende sowie 19 frühere Landtagsabgeordnete, die sich 2019 in einer Parlamentariergruppe für Dialekt zusammengeschlossen hatten. „Wir setzen uns zudem gemeinsam dafür ein, dass das Land bei Existenz eines Dachverbandes diesen strukturell fördert“, hieß es. Angestrebt werde auch, dass es ab 2024 einen landesweiten Dialekt-Preis in verschiedenen Sparten geben solle, der vom Land gefördert werde.
Zeitlich passend zur Initiative soll Mitte September ein erster Donald-Duck-Comic auf Schwäbisch erscheinen.

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