Regionalsprachen

Europarat sieht Unterstützungsbedarf für Minderheitensprachen in Deutschland

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in Deutsch und Friesisch beschrifteter Wegweiser  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Foto: Wolfgang Runge)
Positivbeispiel: zweisprachige Straßenschilder in Deutsch und Friesisch in Schleswig-Holstein Foto: Wolfgang Runge

Minderheiten- und Regionalsprachen in Deutschland verdienen nach einem Bericht des Europarats stärkere öffentliche Pflege. So seien mehr Lehrerausbildung und mehr Unterricht sowie eine häufigere Verwendung dieser Sprachen in Gerichten, Verwaltung und Medien erforderlich, heißt es in einem Evaluierungsbericht zur Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen, der am 14. September in Straßburg veröffentlicht wurde. Die Konvention trat in Deutschland 1999 in Kraft, darin geht es um Dänisch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Nordfriesisch, Saterfriesisch, Niederdeutsch und Romanes.

Vorbild Schleswig-Holstein

Als positive Entwicklungen vermerkt der Sachverständigenausschuss eine zunehmend vorhandene zweisprachige Beschilderung und insbesondere in Schleswig-Holstein zusätzliche Schutzverpflichtungen für Verwaltungsdokumente, Ortsnamen und kulturelle Aktivitäten in Dänisch, Nordfriesisch und Niederdeutsch. Auch gebe es Bemühungen um die Verwendung dieser Sprachen in der Sozialfürsorge, vor allem in Altenheimen.

Es fehlen Lehrer und audiovisuelle Medienangebote

Ein Hindernis stellt dem Bericht zufolge aber der Mangel an geeigneten Lehrer*innen dar; auch verwendeten Gerichte und Behörden die Sprachen kaum oder nicht konsequent. Zudem gebe es zu wenig Fernseh- und Radiosendungen in Regional- oder Minderheitensprachen, um diese wirksam zu verbreiten.

Neben den öffentlich-rechtlichen Medien seien es häufig Freiwillige, die entsprechende Sendungen in Bürgermedien oder offenen Kanälen produzierten; ihnen fehle es oft an finanzieller Unterstützung.

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