Architektur

Schon zerstört: Architekturmuseum wollte Hütte aus Lützerath für Ausstellung

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Ein Klimaschützer dämmt eine Holzhütte im Protestcamp von Lützerath (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Foto: Rolf Vennenbernd)
Beispiel für temporäres Bauen für die Ausstellung „Protest/Architektur“ im Deutschen Architekturmuseum: ein selbstgezimmertes Holzhäuschen im Protestcamp Lützerath. Foto: Rolf Vennenbernd

Das Deutsche Architekturmuseum hat sich nach eigenen Angaben vergeblich bemüht, eine Hütte aus dem Protestcamp im Braunkohleort Lützerath zu retten und sie in einer Ausstellung zu zeigen. Das Häuschen mit dem Namen „Rotkoehlchen“ sei bei den Räumungsarbeiten des Energiekonzerns RWE zerstört worden, teilte das Museum bei Instagram mit.

Die Idee sei gewesen, das Holzhaus in einer Ausstellung zum Thema „Protest/Architektur“ zu zeigen, sagte Kurator Oliver Elser am 16. Januar der Deutschen Presse-Agentur. Die ab Herbst geplante Schau geht der These nach, dass Protestbewegungen den öffentlichen Raum nicht nur durch ihre Botschaften prägen, sondern auch durch ihre (meist temporären) Bauten.

Abriss trotz Leihvertrag

Elser zufolge standen die Ausstellungsmacher seit längerem in Kontakt mit den Aktivist*innen, die gegen die Räumung von Lützerath kämpfen. Der kleine Ort nordwestlich von Köln soll weichen, damit RWE die darunter liegende Braunkohle abbaggern kann. Elser sagte, es habe bereits einen Leihvertrag mit den Aktivist*innen gegeben, Gespräche mit Polizei und RWE seien aber nicht erfolgreich gewesen.

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