NS-Gedenken

Gedenkstätte Auschwitz will mit Crowdfunding Schuhe der Opfer konservieren

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Ausgestellte Schuhe der Opfer in Auschwitz (Foto: IMAGO, UPI Photo / DEBBIEHILL)
Drohen zu zerbröckeln: die Schuhe jüdischer Deportierter, die im ehemaligen deutschen Konzentrationslager Auschwitz I ausgestellt und gelagert werden. Historiker schätzen, dass dort 1,1 Millionen Menschen ermordet wurden. UPI Photo / DEBBIEHILL

In der Gedenkstätte des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau drohen Zehntausende Schuhe von Opfern zu verfallen. Mit einer Crowdfunding-Kampagne sollen jetzt 500.000 Euro für ihre Konservierung gesammelt werden, berichtete die Zeitung „Ynet News“ am 27. Juli.

Deutscher Schuhersteller spendet 50.000 Euro

Zu den ersten Spendern für das Erhaltungsprojekt zählt laut Bericht ein deutscher Schuhhersteller, der 50.000 Euro zur Verfügung gestellt habe. Es handle sich um die erste Spende eines privaten deutschen Unternehmens an die Stiftung.

„Die Schuhe zerbröckeln, und wir haben keine Zeit, Jahre zu warten. Wir müssen sie jetzt retten", sagte der Generaldirektor der Stiftung Auschwitz-Birkenau, Wojciech Soczewica, bei einem Israelbesuch der Zeitung. Die meisten der Schuhe sind nach Angaben Soczewicas eingelagert. Die gute Lagerung verlangsame jedoch den Verfallsprozess lediglich, könne ihn aber nicht aufhalten.

„Materieller Beweis" für Verbrechen

Nach der Konservierung, die demnach etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen werde, sollen die Schuhe in einer neuen Ausstellung der Öffentlichkeit gezeigt werden. Sie seien der „materielle Beweis" für die an den Auschwitzopfern begangenen Verbrechen.

Vor 77 Jahren wurde Auschwitz befreit Holocaust-Gedenktag 2022: Erinnerung darf nicht zum Ritual werden

Juden und Jüdinnen, Sinti*ze und Rom*nja, Menschen mit Behinderungen und psychisch Kranke fielen der grausamen NS-Vernichtungspolitik zum Opfer. Auch Homosexuelle, Zeugen Jehovahs und sogenannte Asoziale und Berufsverbrecher wurden von den Nazis systematisch verfolgt, gequält und ermordet. Ihrer und aller anderen Opfer der Nationalsozialisten – darunter auch politische Gefangene, Zwangsarbeiter*innen und Widerstandskämpfer*innen – wird seit 1996 am 27. Januar in Deutschland gedacht. Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee befreit. Seit 2005 ist er auch weltweit Gedenktag der Opfer des Holocaust.  mehr...

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11.10.1998 "Moralkeule Auschwitz" – Martin Walsers umstrittene Friedenspreis-Rede

11.10.1998 | "Geistige Brandstiftung" – mit diesem Vorwurf reagierte der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Ignatz Bubis, zunächst auf die Rede, die Martin Walser am 11. Oktober 1998 in der Frankfurter Paulskirche hielt. An dem Tag hat Martin Walser den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten.
Bubis saß bei der Veranstaltung in der ersten Reihe, als Walser seine Dankesrede hält. Darin kritisiert er, dass man den Deutschen ihre nationalsozialistische Vergangenheit immerzu vorhalte. Das helfe auf Dauer nicht, um die NS-Zeit in kritischer Erinnerung zu behalten, sondern es animiere die Menschen zum Wegschauen. Dadurch bestünde die Gefahr, dass Auschwitz zur simplen "Moralkeule" verkomme und seine tatsächliche Bedeutung verliere.
Hier die Rede im Zusammenhang.  mehr...

Gespräch Omas gegen Rechts mit Paul-Spiegel-Preis ausgezeichnet

„Der Spiegel Preis ist für uns Omas gegen rechts eine ganz besondere Auszeichnung“, sagt Anna Ohnweiler bei SWR2. „Er ist auch deshalb so wertvoll, weil er uns zeigt, dass wir wahrgenommen werden und dass es uns auch in unserem Alter noch gelingt, Zeichen zu setzen.“
Dabei haben sich die Omas während der Pandemie erst wieder neu finden müssen und sich mit den neuen Medien auseinandersetzen müssen, um sich zu organisieren. Allerdings ist das Thema für die Omas dasselbe geblieben: „Wir musste feststellen, dass auch die Querdenker oder auch nachher die Spaziergänger dann doch sehr stark von Rechtsextremen gesteuert worden sind. Und das können wir so nicht stehen lassen, wenn plötzlich Judensterne mit der Aufschrift „ungeimpft“ auftreten oder wenn man vor öffentliche Einrichtungen Kinderschuhe hinstellt. Ich war in Auschwitz und habe die Kinderschuhe dort gesehen. Das ist ein Symbol des Todes. Und so etwas können wir nicht akzeptieren, denn das ist eine Relativierung des Holocausts!“
Wenn die AfD nun eine Wahl nach der anderen verliert, ist Ohnweiler zufrieden, würde das aber nie als alleinigen Verdienst ihrer Omas ansehen: „Ich glaube, wir sind ein kleines Rädchen im Gefüge. Aber die Zivilgesellschaft ist gefordert, und das spielt auch das Alter keine Rolle. Wir sind ja Kriegskinder und Nachkriegskinder. Ich bin 1950 geboren. Und wir wissen, was passiert, wenn man nicht darauf achtet: nämlich, dass Demokratie zersetzende Parteiengruppierungen und Initiativen dann wieder die Oberhand gewinnen."  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Audio zur Sendung | 21.11.2019 Gerhard Maschkowski | Auschwitz-Überlebender

Er ist 94 Jahre alt und einer der letzten lebenden Zeitzeugen. Gerhard Maschkowski hat in seiner Jugend die Hölle erlebt. Als Kind jüdischer Eltern kam er 1943 nach Auschwitz und überlebte im Winter 1945 bei Eiseskälte und bewacht von der SS den Todesmarsch Richtung Westen. Zum Schluss wog er noch 35 Kilo. Gerhard Maschkowski ging nach dem Krieg zusammen mit seiner Frau, die ebenfalls ein Nazi-Konzentrationslager überlebt hatte, in die USA. Dort lebt er noch heute. Alle zwei Jahre kommt er nach Deutschland - zur Kur, und um bei Veranstaltungen und Einladungen darüber zu berichten, was war.  mehr...

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