Journalismus

Wikileaks-Gründer Julian Assange mit Günther-Wallraff-Preis ausgezeichnet

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Julian Assange im Jahr 2019 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, empics | Dominic Lipinski)
empics | Dominic Lipinski

Der investigative Journalist und Wikileaks-Gründer Julian Assange wurde mit dem Günter-Wallraff-Preis 2022 ausgezeichnet. Mit der Enthüllung von geheimem Bild- und Textmaterial zu möglichen Kriegsverbrechen der USA habe er einen bedeutenden Beitrag zur Nachrichtenaufklärung geleistet, heißt es in der Jury-Begründung. Der Preis wurde im Rahmen des Kölner Forums für Journalismuskritik beim Deutschlandfunk am 19. Mai verliehen und ist mit 5.000 Euro dotiert.

Julian Assange nahm „immense Repressalien“ in Kauf

Bei seiner Arbeit mit Wikileaks habe Julian Assange „immense Repressalien zu Gunsten der Berichterstattung“ in Kauf genommen, so die Jurybegründung weiter. Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien sagte in ihrer Laudatio: „Missstände öffentlich zu machen ist eine Kernaufgabe des Journalismus, und genau das hat Julian Assange getan. Sollte Assange dafür verurteilt werden, wäre das ein weltweiter Präzedenzfall und ein Zeichen der Abschreckung für Reporterinnen und Reporter auf der ganzen Welt.“

Stellvertretend für Julian Assange, der in London inhaftiert ist, nahm seine Anwältin und Ehefrau Stella Morris den Preis in Köln entgegen. Die Auszeichnung könne zu keinem kritischeren Zeitpunkt kommen, sagte sie in ihrer Dankesrede: „Das Verfahren gegen Julian ist politisch und die öffentliche Aufmerksamkeit hat den entscheidenden Einfluss darauf, wie es ausgehen wird.“

Das Forum für Journalismuskritik ist eine Veranstaltung der Deutschlandfunk-Nachrichtenredaktion und der Initiative Nachrichtenaufklärung (INA). Der Preis, der nach Deutschlands bekanntem Investigativjournalisten benannt ist, wird seit 2015 verliehen. Er geht an Personen oder Institutionen, die sich auf originelle und ausgewogene Weise kritisch mit dem Journalismus auseinandersetzen.

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