Gespräch

Olaf Zimmermann, Deutscher Kulturrat: „Kulturaustausch jetzt nicht abbrechen lassen!“

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INTERVIEW

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So viel internationale Kunst zeigen wie irgend möglich

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats Olaf Zimmermann sieht den Kulturbetrieb während des Krieges in der Ukraine in besonderem Maß gefordert: „Man darf den Kulturaustausch nicht abbrechen lassen jetzt in dieser Krise“, sagte Zimmermann bei SWR2. Vielmehr müsse sich der Kulturbetrieb der Verantwortung stellen: „Das heißt, so viel internationale Kunst zu zeigen wie irgend möglich - aus der Ukraine, aus Russland, aus allen Ländern dieser Welt.“

Es gebe seit vielen Jahren einen kulturellen Austausch; Künstlerinnen und Künstler aus Ländern wie Russland und der Ukraine kämen nach Deutschland, zeigten immer wieder hier ihre Kunst. Weiterhin gebe es viele Kontakte über die Goethe-Institute und andere Austauschwerke in den Osten, denn für viele sei Osteuropa in der Kunstwelt noch der „unbekannte Osten“, der deswegen künstlerisch und kulturell interessant sei. „Es wird jetzt darauf ankommen, ob wir das alles aufrecht erhalten können, trotz der harten Stimmung“, so Zimmermann.

„Wir müssen auch mit Russland reden“

Natürlich sei der Austausch speziell mit der Ukraine wichtig, sagte Zimmermann, „aber wir müssen auch mit Russland reden, dazu gibt es gar keine Alternative.“ Strukturen im Kulturbereich, bei denen Russland eine Rolle spielt, wolle man gezielt auf den Prüfstand stellen, wie etwa die Schirmherrschaft Wladimir Putins bei der Ausstellung „Diversity United“ auf dem Berliner Tempelhof-Gelände.

Und doch will Zimmermann „in dieser aufgeheizten Zeit davor warnen, alle Kontakte in einem Atemzug abzubrechen. Das dauert Jahrzehnte, bis wir das wieder aufgebaut haben.“

Am 1. März 2022 ist Olaf Zimmermann seit 25 Jahren Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats.

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