Gespräch

Kriegsberichterstattung in den Medien: Wie verarbeitet man die Ereignisse?

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Einen Monat dauert der Ukraine-Krieg bereits. Während zu Beginn noch alle gebannt die Sondersendungen geschaut haben, sind die meisten inzwischen zu ihrer Alltagsroutine zurückgekehrt. Der Medienethiker Christian Schicha findet das nicht verwerflich: „Man muss das akzeptieren. Es ist auch eine gewisse Form von Selbstschutz, dass man sich diesem Horror in den Nachrichten nicht permanent aussetzt.“

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Auf langfristige Sicht wird die Berichterstattung abnehmen

Gleichzeitig habe er nicht den Eindruck, dass in der Berichterstattung das Thema Ukraine abflaut: „Es geht für den Hörer auch nicht darum, immer hinzuhören. Wichtig ist, ins Handeln zu kommen und etwas tut um in der Krise zu helfen. Das kann auch bei der Verarbeitung der Ereignisse helfen.“

Schicha beschreibt den sogenannten Brennpunkteffekt: Anhanddessen, was das öffentlich-rechtliche Fernsehen beispielsweise nach den Tagesthemen berichtet, könne man gut sehen, wie sich die mediale Kurve der Aufmerksamkeit verändert. Aktuell sei diese noch hoch, auf langfristige Sicht ist es laut Schicha jedoch sicher, dass die Berichterstattung abnehmen wird.

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