Gespräch

Kulturwissenschaftler Daniel Hornuff: Putins Machtinszenierung ist veraltet

STAND
INTERVIEW
Jan Tussing

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Putins Machtinszenierungen verfangen nicht mehr

„Bilder selbst führen nicht einen Krieg, sie sind jedoch Teil einer Kriegsführung und Strategie und dienen bestimmte Interessen“, erklärt Daniel Hornuff, Kulturwissenschaftler an der Uni Kassel im Gespräch mit SWR2.

Die online kursierenden Bilder, die Wladimir Putin an einem Tisch sitzend zeigend, hingen einem alten Medienmodell an, erklärt Hornuff. Früher seien nur über einen Kanal Informationen und Bilder gesendet worden, in einer „One Way-Kommunikation“, wie Hornuff es nennt. Aber auch in Russland seien Soziale Medien inzwischen weit verbreitet. „Deshalb verfangen solche Machtinszenierungen nicht mehr“.

Ukraine-Präsident Selenskyj nutzt die Logik der Sozialen Medien viel effektiver

m Zeitalter von Sozialen Medien seien die Bedeutungen, die man in Bilder hineinlegt, nicht mehr das, was bei den Empfänger*innen ankommt, denn diese zögen daraus ihre eigene Bedeutung, sagt Hornuff.

Dagegen habe der Präsident der Ukraine Wolodymyr Selenskyj ein ganz anderes Auftreten. Er inszeniere mit der Nutzung Sozialer Medien ein Gegenbild zu Putin, sagt Hornuff. „Er nutzt damit die Logik von Sozialen Medien viel effektiver“.

Gespräch Faktenchecking im Russland-Konflikt: Wie erkenne ich Fake News?

„Sehr emotionale Inhalte sind oft Botschaften, die sich die Desinformation zu eigen machen“, sagt Joscha Weber, Leiter des Faktenchecks bei der Deutschen Welle in SWR2l.
Nicht nur hier sollte man stets kritisch bleiben und im Zweifel nochmal Absender und dessen Vertrauenswürdigkeit überprüfen, meint Weber.

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Propaganda im Ukraine-Krieg: Pro-Putin-Trolle und Bots überschwemmen die Kommentarspalten deutscher Medien. Kein klares Bilde der Lage in der Ukraine. Der russische Propaganda-Sender RT macht, was er soll: Propaganda.

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„Wir können im Grunde davon reden, dass die russischen Besatzer das Atomkraftwerk als Schutzschild und als Geisel verwenden“, sagt die Technikhistorikerin Anna Wendland bei SWR2. Die Expertin hat zur Reaktorsicherheit in der Ukraine habilitiert und kennt daher die Lage und Ausstattung sehr gut.
Das größte Atomkraftwerk Europas im Süden der Ukraine war in den vergangenen Tagen mehrfach mit Raketen beschossen worden. Dabei wurden Teile der Anlage beschädigt, ein Reaktor musste abgeschaltet werden. Russland und die Ukraine schieben sich dafür gegenseitig die Verantwortung zu. „Wir haben ziemlich viele Belege, dass die russische Armee aus der Nähe des Atomkraftwerkes die ukrainische Seite beschießt. Und sie tun das, weil sie wissen, es kommt keine Antwort, weil die Ukrainer nicht auf die Anlage in Saporischschja schießen“, erklärt Wendland die Grundkonstellation. „Dabei kam es auch zu Treffern in der des Standortzwischenlagers für abgebrannte Brennelemente und das ist natürlich besorgniserregend“, meint die Expertin.
Bisher habe es aber noch keinen gezielten Beschuss der Reaktoren geben, sondern Wendland vermutet hinter den Treffen sogenannte Blindgänger.

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Aktuell Weitere Getreideschiffe verlassen die Ukraine

Die Themen: Libanon: Ukrainischer Botschafter hofft auf baldige Weiterfahrt der Razoni ++ Kriegsgeschehen in der Ukraine ++ Gaza-Kampfhandlungen gehen weiter ++ Brand in Grunewald

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Die Stadt Mariupol steht für den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Während der ukrainische Präsident sie „Herz des Krieges“ nennt, versucht die russische Propaganda, die Ukraine für das Leid der Bevölkerung verantwortlich zu machen. | Von Christine Hamel | (Produktion: BR 2022)

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Durch die Blockade von Weizenexporten aus der Ukraine hat sich die Hungersnot in den Ländern am Horn von Afrika drastisch verschlimmert. Die Sprecherin von UNICEF Deutschland, Christine Kahmann, nennt die Lage in Somalia im Gespräch mit SWR2 „katastrophal“.
Das Land importiere über 90 Prozent seines Bedarfs an Weizen aus Russland und der Ukraine. Kahmann erläutert: „Viele Familien in Somalia können sich Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten.“ Dass ein erstes Frachtschiff mit einer Ladung Weizen aus einem ukrainischen Hafen auslaufen konnte, ist für die Expertin ein „Hoffnungsschimmer“. Es gelte aber: „Die Lage in Somalia lässt sich nicht einfach entschärfen. Es braucht jetzt wirklich einen Kraftakt.“
Doch sei der Nothilfeaufruf von UNICEF und anderen Hilfsorganisationen bisher „drastisch unterfinanziert“. Auch wenn die Welternährungsorganisation WHO für Somalia noch nicht offiziell eine Hungersnot ausgerufen habe, gelte: „Bereits jetzt sterben die Kinder – wir dürfen jetzt keine weitere Zeit verlieren.“
Christine Kahmann ist seit 2020 Pressesprecherin des UNICEF-Komitee Deutschland; sie hat zuvor für die Hilfsorganisation „Action against Hunger“ gearbeitet.

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Übersetzt von Beatrix Kersten, Jutta Lindekugel
Hanser Verlag, 224 Seiten, 24 Euro
ISBN 978-3-446-27576-8

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