Gespräch

20 Jahre „War on Terror“ aus afghanischer Sicht: Kein Vertrauen, keine Lösung

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20 Jahre NATO-Einsatz in Afghanistan – und die Taliban stehen kurz davor, das Land wieder vollständig zu kontrollieren. Der militärisch mageren Bilanz stellt der Journalist und Autor Emran Feroz ein mindestens ebenso ernüchterndes Fazit aus afghanischer Perspektive gegenüber.

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Zwar seien Werte wie Demokratie und Frauenrechte als Rechtfertigung für den Einsatz stets propagiert worden. Tatsächlich aber habe der Westen mit Lokalfürsten und Drogenbaronen kooperiert, die den Taliban in Sachen Brutalität und Missachtung der Menschenrechte in nichts nachstünden, so Feroz — und auch die NATO-Truppen selbst hätten wiederholt Kriegsverbrechen begangen.

Besonders in den Fokus gerieten Ende 2020 die Taten einer australischen Elite-Einheit, die Afghanen als eine Art „Sport“ jagten und dabei insgesamt mindestens 39 Zivilisten töteten.

Kein Wunder, dass die große Mehrheit der Bevölkerung längst nicht mehr auf den Westen setze, sagt der Journalist. Dass die deutsche Bundesregierung und auch CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet in dieser Situation an Abschiebungen nach Afghanistan festhalten wolle und mutmaßlich sogar Druck auf afghanische Behörden ausübe, hält Feroz für einen Skandal.

Zeitgeschichte 9/11 vor 20 Jahren: Die Anschläge vom 11. September 2001 in New York

Ein Terror-Anschlag, der die Welt verändern sollte: Am 11. September 2001 — also vor genau 20 Jahren — entführten mehrere Mitglieder der islamistischen Terrorgruppe Al-Qaida unter Befehl von Osama bin Laden vier Flugzeuge und steuerten zwei davon in die Türme des World Trade Center in New York City. Auf der ganzen Welt verfolgten die Menschen gebannt die Berichte und Rettungsaktionen.  mehr...

Mittlerer Osten Afghanistans schleichender Niedergang

Fast täglich erleben die Menschen in Kabul Gewalt. Haroon hat die Regierung beraten, er ist sich sicher: Wenn der Westen den Geldhahn zudreht, kollabiert Afghanistan sofort.  mehr...

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Gespräch Thorsten Frei (CDU): Deutschland lässt afghanische Ortskräfte nicht im Stich

Es könne keine Rede davon sein, dass Deutschland die afghanischen Ortskräfte der Bundeswehr im Stich lasse, sagt der CDU-Politiker und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thorsten Frei aus Donaueschingen in SWR2. Seit der Verringerung der deutschen Präsenz in Afghanistan nach 2013 seien etwa 3.400 gefährdete Ortskräfte in Deutschland aufgenommen worden. „Aktuell werden mit Hochdruck weitere Sicherheitsüberprüfungen vorgenommen“, so der CDU-Politiker, „so dass alle diejenigen, die gefährdet sind, weil sie für die Bundesrepublik Deutschland gearbeitet haben, auch tatsächlich aufgenommen werden können.“ Die Gefährdungslage im Land sei allerdings ein Problem, räumt Thorsten Frei ein. Er hoffe, dass die in Kabul selbst noch immer als relativ stabil geltende Situation erlauben werde, alle Anträge auch so bald wie möglich zu bearbeiten.  mehr...

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Aktuell Deutsche Afghanistan-Soldaten zurück in der Heimat

Andreas Herrler  mehr...

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Gespräch Afghanistan-Expertin Magdalena Kirchner: Abzug der Bundeswehr war „unvermeidlich“

Auch wenn sich der Abzug der Bundeswehr auf Afghanistan mit Kategorien wie „gut“ oder „richtig“ kaum beschreiben lasse, sei er unvermeidlich gewesen, sagt Magdalena Kirchner vom Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kabul in SWR2.  mehr...

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Tagesgespräch Bundeswehr-Abzug aus Afghanistan: FDP fordert schnelle Aufnahme afghanischer Ortskräfte

Die USA wollen ihre Streitkräfte bis zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli aus Afghanistan abgezogen haben. Da auch die deutschen Soldatinnen und Soldaten das Land verlassen, hat die FDP-Bundestagsfraktion die Bundesregierung dazu aufgerufen, einheimische Ortskräfte der Bundeswehr so schnell wie möglich in Deutschland aufzunehmen. "Ich bedauere, dass es erst jetzt losgeht, denn der Rückzug läuft ja schon seit drei bis vier Wochen", sagte die verteidigungspolitische Sprecherin Agnes Strack-Zimmermann im SWR2 Tagesgespräch. "Jetzt heißt es, sehr zügig zu handeln. Die Ortskräfte haben große Angst vor der Rache der Taliban." Vor dem Hintergrund der Bedrohungslage, appelliert die FDP-Politikerin an den Bundesinnenminister, "sehr großherzig" zu handeln. Sie gehe davon aus, dass es sich um einige tausend Afghanen - einschließlich der Angehörigen - handele, die nach Deutschland kommen wollten. Warum es für die Bundeswehr eine "Katastrophe" wäre, wenn Deutschland diese Männer und Frauen nicht aufnehmen würde, erläutert die verteidigungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion im Gespräch mit SWR2 Aktuell-Moderator Ralf Hecht.  mehr...

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Forum Mission misslungen – Wie sinnvoll sind Auslandseinsätze?

Martin Durm diskutiert mit
Wolfgang Bauer, Reporter der Wochenzeitung „DIE ZEIT"
Prof. Dr. Herfried Münkler, Historiker
Prof. Dr. Markus Kaim, Stiftung Wissenschaft und Politik  mehr...

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