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Die katholische Frauenbewegung „Maria 2.0“ hat ihre Kritik an der katholischen Kirche in Deutschland erneuert: „Ich sehe nicht, dass sich da was bewegt“, sagt Beate Spießhofer, die bei der Basis-Organisation in Schwäbisch Gmünd aktiv ist.

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Die Reaktion auf die „Thesenanschlags“-Aktion an Kirchentüren am Wochenende des 20./21. Februar sieht Spießhofer überwiegend positiv: „Ein Geistlicher hat das in seiner Predigt sogar positiv gewürdigt, dass Laien sich so engagieren“. Ein anderer Pfarrer habe dagegen das Aufhängen der Plakate ausdrücklich untersagt.

Von der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz erwartet die Religionslehrerin keinerlei Bewegung für das Anliegen von „Maria 2.0“: „Die wollen nichts ändern — die wollen einfach, dass alles so bleibt wie es ist“.

Sie sei besorgt, dass den Bischöfen nicht bewusst sei, was die katholische Basis bewege. Dass im Erzbistum Köln die Untersuchung von Vorwürfen sexuellen Missbrauchs durch Priester nicht in staatliche Hände gelegt wird, ist für Spießhofer ein „Trauerspiel“. Sie verstehe nicht, weshalb sich die katholische Kirche nicht an die Regeln des Staates halte: „Deswegen treten die Gläubigen aus“.

Tagesgespräch Agnes Wuckelt (kfd): "Irgendwann nimmt der erste Bischof seinen Hut"

Die stellvertretende Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, Agnes Wuckelt, hat den Rücktritt des Hamburger Erzbischofs Heße vom Amt des geistlichen ZDK-Beraters begrüßt. Im SWR sagte Wuckelt, man wünsche sich aber weitergehende Konsequenzen. "Bischof Heße hat einen ersten Anlauf gemacht, als er ein Ehrenamt niedergelegt hat, und da jetzt zu sagen, ich ziehe mich zurück ist ein guter Schritt, aber es ist ein erster kleiner Schritt“. Wuckelt, die auch Mitglied im synodalen Weg, dem Reform-Gremium von Bischofskonferenz und ZDK ist, wies zudem auf die zum Teil unkoordinierte Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche hin.  mehr...

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Tagesgespräch Bischof Peter Kohlgraf, Mainz: "Wir sind nicht nur Missbrauch"

Im Vorfeld der Frühjahrsversammlung der Deutschen Bischofskonferenz räumte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf im SWR Tagesgespräch ein, dass "die Kölner Geschichte" im Moment alles überlagere. Hintergrund ist die massive Kritik am Kölner Kardinal Woelk für den Umgang mit einer Studie zum Missbrauch in seinem Bistum, die er unter Verschluss hält. Zu den Rücktrittsforderungen an Woelki wollte sich Bischof Kohlgraf nicht äußern. Er nehme aber wahr, dass "die Stimmung auch ins Bistum Mainz schwappt." Zum Thema Frauen in der katholischen Kirche köndigte Kohlgraf an: "Was wir machen können, ist, auch in die Weltkirche kommunizieren, dass das Thema bei uns brennt."
Mit Blick auf die Bischofskonferenz sagte Kohlgraf: "Wir sind nicht nur Missbrauch. (...) Es geht auch darum zu zeigen, was wir an guten Ressourcen haben."  mehr...

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Geschichte Verschickungskinder und ihr Kampf um Aufklärung

Jahrzehntelang wurden Millionen Kinder in Kuren geschickt. Dort sollten sich die Verschickungskinder erholen. Doch viele wurden systematisch gequält.  mehr...

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