Wittlich Karl-Heinz Scheurer: Die Familie lässt ihn fallen

Stolperstein in der Trierer Landstraße 64 (Justizvollzugsanstalt)

Karl-Heinz Scheurer gerät nach familiären Schwierigkeiten früh in die Fürsorge-Institutionen des Nationalsozialismus. Er wird entmündigt, als schwachsinnig stigmatisiert, zwangssterilisiert und später im Gefängnis Wittlich inhaftiert.

Foto von Karl-Heinz Scheurer. Vermutlich wurde es beim Anlegen der Krankenakte am 13.12.1937 aufgenommen. (Foto: Bundesarchiv R 179 Patientenakte Karl-Heinz Scheurer -)
Es gibt nur ein einziges Foto von Karl-Heinz Scheurer. Vermutlich wurde es beim Anlegen der Krankenakte am 13.12.1937 aufgenommen. Bundesarchiv R 179 Patientenakte Karl-Heinz Scheurer -

Kurzbiografie:

Karl-Heinz Scheurer (*9.2.1916) bleibt nach der Auswanderung seiner Mutter in die USA von seinem sechsten Lebensjahr an bei der Großmutter in Koblenz. 1931 wird er in ein Fürsorgeheim in Solingen eingewiesen, ein Jahr später in eine sogenannte Heil- und Pflegeanstalt in Waldbröl.

Dort wird er für schwachsinnig erklärt und am 14.10.1935 zwangssterilisiert. Nach der Flucht aus dem Heim und einem Einbruch in eine Bäckerei in Koblenz wird er verhaftet und verurteilt.

Nach einer zweijährigen Haftstrafe kommt er wenige Monate wieder nach Waldbröl.

Am 16.4.1941 wird er in der Tötungsanstalt Brandenburg vergast.

Nur dank der Recherchen des Historikers Thomas Schnitzler konnte das kurze Leben des Karl-Heinz Scheurer rekonstruiert werden.

handschriftlicher Lebenslauf in Sütterlinschrift über Karl-Heinz Scheurer (Foto: Bundesarchiv R 179 -)
Handschriftlich verfasster Lebenslauf von Karl-Heinz Scheurer Bundesarchiv R 179 -

 

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