Gespräch

Kampf gegen die ökologische Wende – Buchautor Matthias Quent zum neuen Thema der Rechten

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Wilm Hüffer

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Gas- und Energiekrise wird von antidemokratischen Gruppierungen ausgenutzt

Das Risiko, dass es zu einer gesellschaftlichen Eskalation aufgrund der Energiekrise kommt, sei groß, meint der Soziologe Matthias Quent. Das liege zum Teil daran, dass viele Menschen von den erhöhten Energiepreisen betroffen seien.

„Wir haben die Ankündigung, dass diejenigen, die 2014/15 gegen die Aufnahme von Geflüchteten demonstriert haben, die mobilgemacht habe gegen die Corona-Maßnahmen, auch jetzt gegen die Politik, gegen die Bundesregierung demonstrieren, und die Gas und Energiekrise als ein weiteres Themenfeld benutzen, um eigentlich noch viel weitergehende antidemokratische Ziele zu verfolgen“, sagt Quent.

Der Kampf gegen den ökologischen Wandel - inzwischen ein wichtiges Thema für die Rechten

Die Ängste, Sorgen und Nöte der Menschen würden von diesen antidemokratischen Gruppierungen instrumentalisiert; sie inszenierten sich dabei als die einzigen, die wirklich etwas dagegen tun würden, so Quent. Ziel sei, die Menschen zu radikalisieren und sie dabei nicht nur in eine Opposition zu einer bestimmten Politik, sondern letztlich in Opposition zur Demokratie als solche zu bringen.

Eines der vordringlichsten Kampagnenthemen von Rechtsaußen sei inzwischen der Kampf gegen die ökologische Transformation, ein Kampf, der sich immer stärker in Verschwörungserzählungen zum Klimawandel und in einer Feindschaft gegen die Partei der Grünen Bahn breche, so Quent.

Dabei zeige der Klimawandel seine zerstörerischen und mörderischen Folgen nicht bei uns im globalen Norden, sondern bei denjenigen, die sowieso schon besonders anfällig besonders schwach seien, sagt Quent. Gerade weiße Nationalisten aus dem globalen Norden würden daher mit aggressiver Ablehnung dieser Veränderungen reagieren, „denn das heißt eben auch, über eigene Privilegien und über Ungerechtigkeiten reden zu müssen“.

Buchkritik Matthias Quent - Deutschland rechts außen. Wie die Rechten nach der Macht greifen und wie wir sie stoppen können.

Den Jenaer Rechtsextremismus-Forscher Matthias Quent erstaunt der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke wenig: Die Gewalt ist nicht neu, die Politik hat zu lange weggeschaut und gibt den Rechten zu sehr nach. Sein Buch "Deutschland rechts außen" liefert beunruhigende Hintergründe zu den Strategien der rechten Szene sowie Vorschläge, wie man ihr möglichst schnell begegnen sollte.
Rezension von Eva Karnofsky.

Piper Verlag
ISBN 978-3-492-06170-4
304 Seiten
18 Euro  mehr...

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