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Im Dezember 2019 wurden in der zentralchinesischen Metropole Wuhan die ersten Covid-19-Fälle bekannt. Die Bevölkerung Wuhans wurde damals über Wochen hinweg von den Behörden belogen und getäuscht – ein Jahr später allerdings will Chinas Staats- und Parteiführung die Versäumnisse von damals vergessen machen: Die Kommunistische Partei Chinas versucht sich in Wuhan mit einer riesigen Ausstellung als heldenhafte Kämpferin gegen das Corona-Virus in Szene zu setzen.

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In der chronologisch aufgebauten Ausstellung der Eereignisse wird Staatspräsident Xi Jinping ebenso verherrlicht wie die chinesische KP – der Personenkult um Xi als entschlossener und unfehlbarer Kämpfer gegen die Pandemie ist omnipräsent.

Propaganda-Ausstellung in Wuhan (Foto: SWR, Steffen Wurzel)
Die Ausstellung stellt chronologisch den Verlauf der Corona-Pandemie in China dar. Steffen Wurzel Bild in Detailansicht öffnen
Auch Militär wurde in Wuhan eingesetzt. Steffen Wurzel Bild in Detailansicht öffnen
Überall präsent: Staatspräsident Xi Jinping. Steffen Wurzel Bild in Detailansicht öffnen
Er wird in der Ausstellung zum heldenhaften Kämpfer stilisiert. Steffen Wurzel Bild in Detailansicht öffnen
Kritische Stimmen, etwa zur Vertuschung der ersten größeren Ausbreitung und zum Tod des Arztes Li Wenliang, der erstmals öffentlich vor der Pandemie warnte, haben in der Ausstellung keinen Platz. Steffen Wurzel Bild in Detailansicht öffnen
Die interaktive Ausstellung soll auch die Überlegenheit der chinesischen Strategie gegenüber der anderer Staaten darstellen. Steffen Wurzel Bild in Detailansicht öffnen
Der Besucherandrang ist so groß, dass man sich online anmelden muss, um in die Ausstellung zu kommen. Steffen Wurzel Bild in Detailansicht öffnen
Die meisten Besucher*innen kommen aus Wuhan und dem Umland. Steffen Wurzel Bild in Detailansicht öffnen
Viele äußern sich begeistert über die Ausstellung. Steffen Wurzel Bild in Detailansicht öffnen

Kritiker beobachten, wie die Propaganda auf vollen Touren läuft, um die Deutungshoheit der Regierung über das Pandemiegeschehen in der Volksrepublik festzuschreiben. Die Ausstellung sei Teil der Propaganda-Maschine. In dieser „offiziellen Version“ der Geschichte ist kein Platz für Versäumnisse oder Irrtümer der Regierung.

Dies scheint der KP Chinas allem Anschein nach zu gelingen: Auf der Straße sind sich Ausstellungsbesucher*innen größtenteils einig, dass Chinas Regierung letztlich erfolgreich mit ihrer Strategie zur Pandemie-Bekämpfung gewesen sei. Die Ausstellung stelle die Einheit und Kraft des chinesischen Volkes und der kommunistischen Partei im Kampf gegen das Virus dar. Letztlich auch dessen Überlegenheit, denn im Gegensatz zu anderen Ländern sei herrsche im Land wieder Normalität.

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