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Justiz ist immer politisch – Opferanwalt Mehmet Daimagüler

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Claudia Heissenberg

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Mehmet Daimagüler ist sich nicht sicher, ob er wirklich ein guter Mensch ist. Auf keinen Fall will er Protagonist einer Heldengeschichte sein: Vorzeigetürke, erfolgreicher Rechtsanwalt, überschüttet mit Auszeichnungen und Preisen.

Bundesweit bekannt wurde er als Vertreter der Nebenklage im NSU-Prozess. Für den 54-Jährigen, der es von der Hauptschule auf die Elite-Universität Harvard geschafft hat, gibt es keine unpolitische Justiz. "Aber es sollte nicht vom Glück abhängen, ob man vor der Justiz Gerechtigkeit findet. Es sollte selbstverständlich sein."

Holocaust Zu spät? Die letzten NS-Prozesse und die mangelhafte Aufarbeitung der NS-Verbrechen

Die deutsche Justiz hat die NS-Verbrechen ignoriert und aktiv hintertrieben, sagt Anwalt Mehmet Daimagüler, der in Prozessen oft Opfer rechter Gewalt vertritt. Er kritisiert in seinem Buch „Das rechte Recht“, dass NS-Verbrecher nach dem Krieg häufig ohne Gerichtsverfahren weiterlebten oder amnestiert wurden. Die letzten NS-Prozesse seien für die Überlebenden und ihre Angehörigen wichtig, so Daimagüler, denn in Zeiten eines wachsenden Rassismus und Antisemitismus werde noch einmal dokumentiert, was geschehen ist.  mehr...

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Sprechen wir über Mord?! Das NSU-Urteil — True Crime | Thomas Fischer zur Frage, ob Beate Zschäpe eine Mörderin ist

Das Oberlandesgericht München hat die schriftliche Urteilsbegründung im NSU-Prozess vorgelegt. Danach ist Beate Zschäpe neben Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt Mittäterin der NSU-Morde und -Raubüberfälle. Der frühere BGH-Richter Prof. Thomas Fischer hält die Argumentation für die entscheidende Frage für die kommende Revision. Wird das Urteil halten?  mehr...

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