Gespräch

Warum viele polnische Gedenkorte an den NS-Terror verwahrlosen: Janka Kluge über ihre Reise nach Lodz

STAND
INTERVIEW
Astrid Tauch

Janka Kluge hat sich im Frühjahr 2022 auf Recherchereise ins polnische Lodz begeben, um Spuren des ehemaligen Ghettos nachzugehen, in dem von 1940 bis 1945 Jüdinnen und Juden interniert waren. Für das Gedenken an die Schrecken des Holocausts werden in dem Ort viel zu wenig getan, sagt die Stuttgarter Journalistin in SWR2.

Audio herunterladen (5,4 MB | MP3)

Lediglich eine Gedenktafel erinnert an die Vernichtung

Das ehemalige Vernichtungslager Kulmhof, auch Chelmno genannt, sei nur ein kleiner Ort, denn „die Menschen sind sofort ermordet worden und dann verscharrt worden in einem kleinen Waldgebiet“. Dort befinde sich zwar eine Gedenktafel, aber als Gedenkort sei Chelmno kaum bekannt.

Die Gedenkkultur konzentriere sich nur auf wenige Verbrechensorte der Nazis. Zudem habe in Kulmhof durch die Verbrennung der Opfer das systematische Verschleiern der Ermordungen begonnen. Lodz sei heute zwar eine moderne, tolle Stadt, aber es werde zu wenig für die Bewahrung der Geschichte getan.

“Ich war entsetzt über den Zustand des alten jüdischen Friedhofs, wo der Gräberteil des Ghettos völlig verwahrlost ist“, sagt Janka Kluge. Die Journalistin berichtet am 14.9. über ihre Reise nach Lodz im „Hotel Silber“ in Stuttgart berichten, der ehemaligen GESTAPO-Zentrale für Württemberg und Hohenzollern.

Gedenktag Deportation nach Theresienstadt „Nie wieder!“: Der Stuttgarter Garry Fabian hat das KZ Theresienstadt überlebt

Der Australier und gebürtige Stuttgarter Garry Fabian hat das KZ Theresienstadt überlebt. Seit Jahrzehnten bereist er die Welt, um über Holocaust und Krieg aufzuklären. In Stuttgart begeht er nun den 80. Jahrestag der großen Deportation nach Theresienstadt vom 21. August 1942 – über 1000 Deportierte, fast keine Überlebenden. Die Botschaft des 88-jährigen Garry Fabian: „Mein letztes Wort ist sehr einfach: Nie wieder!“  mehr...

SWR2 Journal am Morgen SWR2

Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz 75 Jahre nach Auschwitz - Wie erinnert man an den Holocaust?

Es diskutieren:
Esther Dischereit, deutsch-jüdische Schriftstellerin und Beobachterin des Untersuchungsausschusses zu den NSU-Verbrechen, Berlin
Sibylle Thelen, Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und der Gedenkstättenarbeit, Stuttgart
Prof. Dr. Thomas Thiemeyer, Direktor des Ludwig-Uhland-Instituts für empirische Kulturwissenschaft, Tübingen
Gesprächsleitung: Silke Arning  mehr...

SWR2 Forum SWR2

STAND
INTERVIEW
Astrid Tauch