Gespräch

Investigativ-Journalist: Cum-Ex-Skandal wird Kanzlerschaft von Olaf Scholz überschatten

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INTERVIEW
Frauke Oppenberg

Wird die Aufarbeitung des Cum-Ex-Skandals zur Gefahr für Olaf Scholz? Seine Kanzlerschaft werde der Skandal in jedem Falle bis zum Ende überschatten, sagt der Investigativ-Journalist Oliver Schröm in SWR2. „Der klebt an seiner Schuhsohle wie ein alter Kaugummi.“

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Die Affäre sei dabei für Scholz keineswegs ausgestanden. Er sei überzeugt, dass noch manche Details an Licht kommen würden, sagt Oliver Schröm. Bisher habe sich Olaf Scholz mit Blick auf seine Treffen mit dem Chef der Hamburger Warburg-Bank, Christian Olearius, immer wieder auf Erinnerungslücken berufen.

Es gebe jedoch ein als vertraulich gestempeltes Protokoll einer Sitzung des Hamburger Finanzausschusses, in dem Scholz durchaus über Details eines Treffens berichtet habe. Die Abgeordneten im Hamburger Untersuchungsausschuss müssten nun darauf bestehen, dass dieses Protokoll veröffentlich werden könne. Scholz selbst werde vermutlich versuchen, sich mit konkreten Aussagen in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung zu retten.

Unterdessen gebe es Hinweise, dass in der Hamburger Finanzbehörde im großen Stil Emails gelöscht worden seien. Es gebe Hinweise auf eine Verabredung zum Löschen. Die Kölner Staatsanwaltschaft führe im Zusammenhang mit den Cum-Ex-Betrügereien inzwischen Ermittlungen gegen über 1.300 Personen. Sie habe auch das ehemalige Postfach des Bundeskanzlers durchsuchen lassen, aus Sicht von Schröm ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Bundesrepublik.

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Frauke Oppenberg