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Internationaler Männertag: Die fatale Konstruktion des „echten“ Mannes ohne Schmerzgefühle

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Solange es das Konstrukt des „harten Mannes“ gebe, der keinen Schmerz kenne, Säbelzahntiger töte und morgens einen Liter Kerosin trinke, sei die Männlichkeit in der Krise, sagt der Regisseur Tobias Ginsburg in SWR2, Autor des Buches „Die letzten Männer des Westens“.

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Dem Bild des „harten Mannes“ könne niemand gerecht werden

„Wenn ich ein Kämpfer bin und unglaublich hart sein will, muss Männlichkeit in der Krise sein. Und das heißt, ich muss kämpfen“, so der Autor. Die Angst vor Verweichlichung, vor Degeneration, gebe es eigentlich schon seit der Antike. „Heute hören wir das von den Kräften außen rechts“.

Das Bild des harten Mannes sei eine Geschlechterkonstruktion, der niemand gerecht werden könne.

Die Recherche zu diesem Thema sei gruselig, nehme aber die Angst

Zudem sei bei den Rechtsextremen die Flüchtlingskrise verbunden gewesen mit der Befürchtung, die deutschen Männer würden jetzt weich, und von außen kämen die Alphas, um sie zu zerstören. Ein Argument, das damals sogar von 15-jährigen Onlinern zu hören gewesen sei.

„Es brodelt immens unter der Oberfläche unserer Gesellschaft“, sagt Tobias Ginsburg. Und wenn man darüber recherchiere, sei das zwar gruselig, nehme einem aber die Angst. Für sein Buch war Ginsburg inkognito für acht Monate in eine Szene von Reichsbürgern und Rechtsextremisten eingetaucht.

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