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Salafistische Online-Prediger haben mit ihren Online-Aktivitäten und ihrer Internetpräsenz einen Vorsprung von 10 Jahren gegenüber den Moschee-Gemeinden in Deutschland, hat die Religionswissenschaftlerin Samira Tabti von der Uni Bochum in einer Studie herausgefunden.

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Die Moschee-Gemeinden hätten nach wie vor zu wenig Medienkompetenz und könnten aus finanziellen Gründen ihren Onlineauftritt nur langsam ausbauen. Allerdings hätte sie sich durch die Corona-Krise gezeigt, wie nachgefragt Online-Inhalte der Gemeinden seien. Viele haben reagiert und angefangen eigene Inhalte zu posten.

Laut Tabti konzentrieren sich viele muslimische Gemeinden bei ihren Social Media-Aktivitäten auf Facebook und haben wichtige Plattformen der Jugendlichen, wie Tiktok oder Instagram, oft nicht auf dem Schirm. Im Netz finden sich andererseits immer mehr junge, muslimische Influencer*innen, die über soziale Netzwerke Themen zum Islam anbieten.

Netzkultur Wegen TikTok-Videos ins Gefängnis: Ägypten verhaftet Influencerinnen

Mehrere junge Ägypterinnen wurden in den vergangenen Wochen zu Opfern einer Verhaftungswelle, weil ihre TikTok-Videos angeblich zu anzüglich waren und gegen soziale Normen verstießen. Hintergrund ist die komplizierte Mischung von gesellschaftlichen und religiösen Zwängen. Auch in der Bevölkerung regt sich Kritik gegenüber den jungen Frauen, berichtet Jürgen Stryjak aus Kairo.  mehr...

SWR2 am Samstagnachmittag SWR2

Gespräch Fünf Jahre nach dem Bataclan: Pauschale Verbote des politischen Islam nicht zielführend

Fünf Jahre nach der Anschlagserie auf den Konzertclub Bataclan und andere Lokale in Paris ist der islamistische Terror nach wie vor mörderische Realität. Europaweit sucht die Politik nach Ansätzen gegen die dschihadistische Ideologie. So will der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz, dass der „politische Islam“ zum Straftatbestand wird. „Ein solches Verbot lässt sich nur schwer durchsetzen.“, sagt der Politikwissenschaftler Asiem El Difraoui zu diesen Plänen. Stattdessen müsse man im Einzelnen untersuchen, welche muslimische Organisationen eventuell gegen die demokratische Grundordnung verstießen.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Tagesgespräch Serap Güler (CDU): Die Deutsche Islam Konferenz muss "bei Imam-Ausbildung vorankommen"

Vor der Tagung der Deutschen Islam Konferenz fordert die CDU-Politikerin Serap Güler, man müsse bei der Imam-Ausbildung in Deutschland vorankommen. Die Integrationsstaatssekretärin in Nordrhein-Westfalen sagte im SWR Tagesgespräch, traurigerweise gebe es nur eine Gruppe im Islam, die nicht nur deutsch, sondern auch die Sprache der Jugend spreche, und das sei der radikale Salafismus. Es sei traurig, so Güler, dass die größeren islamischen Verbände Jugendliche teils nicht ansprechen könnten mit ihren Imamen, die weder in Deutschland sozialisiert seien, noch die deutsche Sprache beherrschten.  mehr...

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