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Identitätsfindung des Landes und Antisemitismus hängen zusammen

Für den Historiker Peter Longerich ist die kontinuierliche Geschichte des deutschen Antisemitismus eng mit der Identitätsfindung des Landes in den vergangenen 250 Jahren verbunden: „Es wird nach Gründen gesucht, die die Juden als andere erscheinen lassen, die man aus der eigenen Gemeinschaft – die man so dringend herstellen will – ausschließen kann“, erklärt Longerich.

Peter Longerich ist Professor am Royal Holloway and Bedford New College der Universität London, von ihm erschienen zuletzt die Bücher „Antisemitismus - eine deutsche Geschichte“ und „Wannseekonferenz. Der Weg zur „Endlösung“.

Antisemitismus äußert sich anders als andere Formen des Rassismus

Ressentiments gegen Juden seien Longerich zufolge anders als andere Formen des Rassismus: „Die Vorurteile sind verwurzelt in der Kultur“, auch weil sie mit der Vorstellung einer angeblichen Weltverschwörung verbunden seien, so Longerich.

„Der Antisemit hat ein ganzes Arsenal an sogenannten Argumenten gegenüber Juden und es kümmert ihn überhaupt nicht, wenn sich diese Argumente widersprechen.“

Heute nimmt der Antisemitismus in Deutschland wieder zu, für Longerich äußert er sich vor allem durch eine Feindlichkeit gegenüber Israel.

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Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Im Jahr 2021 feiert die Bundesrepublik Deutschland das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Aus diesem Anlass soll nicht nur gegen das Wiedererstarken des Antisemitismus gekämpft, sondern vor allem auch auf die vielfältigen Lebensrealitäten der Jüdinnen und Juden in Deutschland geblickt werden.  mehr...

Geschichte Holocaust-Gedenktag 2021: Erstarken des Antisemitismus verhindern

Holocaust, Schoah, Porajmos: Der grausamen Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten fielen vor allem Juden und Jüdinnen, Sinti*ze und Rom*nja, Menschen mit Behinderungen und psychisch Kranke zum Opfer. Andere Bevölkerungsgruppen wie Homosexuelle, Zeugen Jehovahs und sogenannte Asoziale und Berufsverbrecher wurden ebenfalls systematisch verfolgt, gequält und ermordet. Ihrer und aller anderen Opfer der Nationalsozialisten – darunter auch politische Gefangene, Zwangsarbeiter*innen und Widerstandskämpfer*innen – wird seit 1996 am 27. Januar in Deutschland gedacht. Der Tag markiert die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee 1945 und ist seit 2005 auch weltweit Gedenktag der Opfer des Holocaust. 2021 steht er in Deutschland außerdem im Kontext des Festjahres „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.  mehr...

Zeitgeschichte Staatsfeind Israel – Antisemitismus in der DDR

Ihrem Selbstverständnis nach war die DDR antifaschistisch und frei von Judenhass. Doch gerade die Staatsspitze bekämpfte den Staat Israel gezielt – mit bis heute spürbaren Folgen.  mehr...

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Gespräch Der Zentralrat der Juden in Deutschland wird 70 – Antsemitismus präsenter denn je

Solange der Antisemitiismus in Deutschland noch so stark sei, sei die politische Arbeit des Zentralrat der Juden in Deutschland unverzichtbar, so Michael Brenner, Professor für Jüdische Geschichte und Kultur an der Universität München, in SWR2. Die Geschichte des Zentralrats der Juden in Deutschland stehe stellvertretend für das jüdische Leben im 'Land der Täter' nach 1945. Inzwischen sei der Zentralrat eine politische Organisation für die jüdische Minderheit in Deustchland. Das sei allerdings auch notwendig, denn Antisemitismus und Hass begleitten den jüdischen Alltag auf Schritt und Tritt.  mehr...

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