Gespräch

Wie der Westen den Osten übernahm: Ilko-Sascha Kowalczuk über 30 Jahre Deutsche Einheit

STAND
INTERVIEW

Auch 30 Jahre nach Vollzug der Deutschen Einheit erleben wir ein Fremdeln der ehemals Ostdeutschen mit der repräsentativen Demokratie. Und ein Fremdeln damit, Verantwortung und Freiheit für sich selbst zu organisieren und zu übernehmen. Darauf hat der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk in SWR2 hingewiesen.

Audio herunterladen (9,2 MB | MP3)

Kowalczuk führt dieses Fremdeln auf eine Art "Identitätslücke" zurück. "Viele klagen bis heute über einen Phantomschmerz", so Kowalczuk. Die Menschen, die in der DDR gelebt haben, hätten nach der Wende millionenfach ihre Arbeit verloren.

Aber nicht nur das. Darüber hinaus sei durch den Mauerfall ihre gesamte Existenz in Frage gestellt worden. "Um den Arbeitsplatz in der DDR gruppierte sich das gesamte soziale, gesellschaftliche und kulturelle Leben, in das fast alle Menschen in der DDR eingebunden waren." Und just diesen Kontext hätten sie durch die Deutsche Einheit verloren.

Jahrestag Gemischte Bilanz: 30 Jahre Deutsche Einheit

Am 3. Oktober 1990 - ein knappes Jahr nach dem Fall der Mauer - trat die frühere DDR der Bundesrepublik bei, mit weitreichenden Auswirkungen in Deutschland und weltweit. Wie bewerten Ost und West heute – zum 30. „Tag der Deutschen Einheit“ – die Entwicklungen seit dem Mauerfall 1989 und der Wiedervereinigung 1990? Als Erfolgsgeschichte trotz vieler Rückschläge oder als Vereinnahmung des Ostens durch den Westen?  mehr...

Buchkritik Ilko-Sascha Kowalczuk - Die Übernahme. Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde

"Die durch die obrigkeitsstaatlichen Erfahrungen in einem langen historischen Prozess erfolgten Prägungen und Kulturen sind durch die Art und Weise der deutschen Vereinigung nicht nur nicht gebrochen worden - sie erwiesen sich sogar als förderlich für die Integration in das neue Gemeinwesen." Rezension von Conrad Lay. C.H.Beck Verlag ISBN 978-3-406-74020-6 319 Seiten 16,95 Euro  mehr...

SWR2 lesenswert Kritik SWR2

Zeitgenossen Ilko-Sascha Kowalczuk: „Das größte Glücksgefühl, das ich je hatte”

„1989/90 war das tiefste Glücksgefühl, das ich je hatte, für mich zählten nur Freiheit, Freiheit, Freiheit”. So erinnert sich der 1967 geborene Ostberliner Ilko-Sascha Kowalczuk an das Ende der DDR vor 30 Jahren. Als freier Historiker hat er sich seither der Erforschung der DDR-Geschichte verschrieben und gilt als einer der besten Kenner des SED-Regimes.  mehr...

SWR2 Zeitgenossen SWR2

Film & Serie Großer Spaß auf der DDR-Retro-Welle: „Deutschland 89“

Nach der Serie „Deutschland 83“ von 2015 waren plötzlich Serien aus Deutschland auch international gefragt. Auch wenn die Geschichte eines jungen NVA-Offiziers, der als Spion in den Westen geschickt wird, für die Ansprüche von RTL in Deutschland zu wenige Zuschauer hatte. Die Nachfolgeserie „Deutschland 86“ wanderte zu Amazon Prime und wurde von Kritikern sehr gelobt. In der letzten Staffel geht es nun um den Mauerfall: „Deutschland 89“. Auch jetzt ist die frisch gebackene Emmy-Preisträgerin Maria Schrader wieder dabei, in der Rolle der skrupellosen DDR Agentin Lenore Rauch. Die Serie reitet die Retro-Welle mit den passenden Klamotten, Brillen oder hübschem DDR-Design und findet vor allem mit Punk und Ostrock zu einer 80er Jahre Coolness, die großen Spaß machen kann.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Originalton 31.8.1990: Der Einigungsvertrag

31.8.1990 | Der Wille war da, aber es der Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR war kein Selbstläufer. Es wurde gerungen und brauchte einige Anläufe, bis die Wiedervereinigung schriftlich besiegelt wurde. Die schwierigsten Verhandlungsthemen waren: Der Umgang mit den Stasi-Unterlagen und die Frage der Abtreibung.  mehr...

STAND
INTERVIEW