Gespräch

Historiker Anthony Glees zum Tod der Queen: Elizabeth II. war den Menschen erstaunlich nahe

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INTERVIEW
Marie Gediehn

Am Tag nach dem Tod der Queen empfinde er größere Trauer als zuvor, sagt der Historiker und Politikwissenschaftler von der University of Buckingham Anthony Glees in SWR2. Auch weil jetzt das Bewusstsein der politischen Krisen einsetze, in denen sich das Vereinigte Königreich befinde.

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Queen Elizabeth habe sich große staatliche Verdienste erworben, ihre Vernunft, ihr common sense seien für Britinnen und Briten immer ein Rückhalt gewesen. Einmal sei ihm die Königin mit Prinz Philip auf der Straße zufällig begegnet, auf dem Weg vom Auto zu einem diplomatischen Empfang. „Sie hat mir zugewinkt und zugelächelt“, erinnert sich Glees. „Das war ein komisches Gefühl“, eine Vertrautheit gegenüber einem ganz normalen Staatsbürger. Genau dieses Gefühl sei Millionen Britinnen und Briten vertraut.

Auch wenn die Queen in der Öffentlichkeit so gut wie keine Emotionen gezeigt habe, sei ihr britischer Humor bemerkenswert gewesen. Als Persönlichkeit habe sie sich eine erstaunliche Normalität bewahrt, Persönlich sei sie eine typische britische Frau gewesen, der man verzeihen müsse, dass sie ihre Hunde und Pferde anscheinend lieber gehabt habe als ihre Kinder – angesichts all dessen, was ihre Kinder ihr angetan hätten.

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