Gespräch

Helmut Schmidt-Zukunftspreis für die weltweit bekannte Klimaaktivistin Vanessa Nakate aus Uganda

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Marie Gediehn

Der erstmalig verliehene Helmut Schmidt-Zukunftspreis geht an die ugandische Umweltaktivistin Vanessa Nakate. Eine Wahl, die dem Altkanzler Schmidt gefallen hätte, sagt der Geschäftsführer der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung Meik Woyke: „Der Preis wird verliehen für innovative Leistung für Demokratie und Gesellschaft und dafür steht Vanessa Nakate beispielhaft.“ Sehr überlegt verbinde die Preisträgerin Denken und Handeln und trete dabei nachdrücklich auf, ohne radikal zu wirken. Nakate spreche von Klimanotstand, nicht von einem Klimawandel.

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Eine Stimme aus dem globalen Süden

Es sei bemerkenswert und bedauerlich zugleich, dass die Menschen im globalen Süden, die nicht viel können für unsere heutige Situation, die Folgen des Klimanotstands auszubaden haben, sagt Meik Woyke. Diesen Standpunkt vertrete auch die ausgezeichnete Klimaaktivistin Vanessa Nakate.

„Vanessa Nakate spricht nicht von Klimawandel, weil das viel zu harmlos wäre, sondern ganz bewusst von Klimanotstand. Damit vertritt sie nicht nur sich, nicht nur Uganda, sondern einen ganzen Kontinent.“

Vanessa Nakate ist 25 Jahre alt und hat schon jetzt ihre Autobiographie vorgelegt. Dennoch sei sie mit ihrer Arbeit noch lange nicht am Ende, sagt Woyke.

Helmut Schmidt und die außerparlamentarische Opposition

„Helmut Schmidt war der Auffassung, dass Politik von Parteien in Parlamenten gemacht wird und eben nicht auf der Straße. Er hatte sicher seine Schwierigkeiten mit Bewegungen die aus der Gesellschaft heraus entstanden sind“, räumt Woyke ein. „Geichzeitig erkannte er immer an, wenn sich jemand tief in Thematiken eingearbeitet hatte und bereit war, für seinen Standpunkt zu kämpfen.“

Der Helmut Schmidt-Zukunftspreis wird in diesem Jahr zum ersten Mal von der Wochenzeitung Die Zeit, der Hamburger Denkfabrik The New Institute und der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung verliehen.

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