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„Häusliche Gewalt ist oft mit der Überlegung verbunden: Das kann uns nicht treffen“, beschreibt Christian Müller vom Stuttgarter Künstlerkollektiv Citizen.Kane den Ansatz ihrer Arbeit am Projekt „KEINFAMILIENHAUS“. Darin greifen die Künstler*innen das Tabuthema auf, die geplanten Veranstaltungen in einem Degerlocher Einfamilienhaus müssen allerdings Corona-bedingt ins Internet ausweichen.

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Recherche-Arbeit anschaulich künstlerisch aufbereitet

Ursprünglich war für das Projekt eine Ausstellung geplant, ergänzt durch ein Magazin und eine Gesprächsreihe: „Wir betreiben immer sehr intensive Recherche und haben dann gemerkt, dass die Ergebnisse nicht in einem einzelnen Stück untergebracht werden können“, so Müller. Die Idee mit dem Magazin sei demzufolge schon vor der Corona-Krise entstanden, auch um eine Wirkung über Stuttgart hinaus erzielen zu können.

Alex Wunsch (Foto: Pressestelle, Alex Wunsch)
Pressestelle Alex Wunsch

Tatort Einfamilienhaus

Das Einfamilienhaus habe sich als Ausstellungs- und Arbeitsort angeboten, denn darin hätten alle sieben Künstler*innen des Kollektivs ausreichend Raum zum Arbeiten gehabt. Außerdem sei es eine Art Sinnbild für den Umgang mit häuslicher Gewalt und werfe die Frage auf, was die Nachbar*innen in einer so dicht besiedelten Gegend über die Vorgänge hinter verschlossenen Türen erfahren könnten.

Alex Wunsch (Foto: Pressestelle, Alex Wunsch)
Pressestelle Alex Wunsch

Online-Gesprächsreihe auf Youtube

Die Gesprächsreihe wiederum solle die Perspektive auf das Thema weiten, jenseits der stereotypen Konfiguration der Frau als Opfer des prügelnden Mannes, gehe es auch darum den Blick auf die schwul-lesbische Perspektive, Trans-Personen oder auch Männer als Opfer zu richten.

Das Magazin nach wie vor über die Seite von Citizen.Kane erhältlich. Außerdem findet die geplante Gesprächsreihe vom 4. bis 12. November 2020 jeweils live abends um 21 Uhr auf Youtube statt. Link und Informationen gibt es ebenfalls auf der Webseite des Kollektivs.

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