Gespräch

Grünes Wachstum, eine Illusion? Ulrike Herrmann über ihr Buch „Das Ende des Kapitalismus“

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INTERVIEW
Wilm Hüffer

„Das Versprechen, dass es ein grünes Wachstum oder einen grünen Wirtschaftsboom geben könnte, ist aus meiner Sicht eine Illusion“, sagt die Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann von der Tageszeitung „taz“ in SWR2 über ihr neues Buch „Das Ende des Kapitalismus“.

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Ulrike Herrmann: „Mit dem grünen Wachstum wird das nichts“

Öko-Energie werde immer „knapp und teuer“ bleiben. Einzig mit Batterien und grünem Wasserstoff ließen sich Sonnen- und Windenergie speichern, „und beides ist eben sehr aufwendig“, so Herrmann. Deshalb sei klar: „Mit dem grünen Wachstum wird das nichts.“

Stattdessen werde ein Umbau der Wirtschaft auf „grünes Schrumpfen“ hinauslaufen. Das bedeute nicht, dass Deutschland deshalb in eine Steinzeit zurückfallen werde. Selbst wenn die Wirtschaftsleistung um die Hälfte schrumpfen würde, bleibe damit der Lebensstandard etwa der 70er Jahre möglich, so die Wirtschaftsjournalistin.

Wie gelingt ökologischer Umbau ohne Wirtschaftskrise?

Auch bleibe der Weg richtig, einen ökologischen Umbau der Wirtschaft anzustreben, weil der Klimawandel sonst verheerende Folgen haben werde. Fraglich sei aber, wie dieser Umbau gelingen könne, ohne damit eine gewaltige Wirtschaftskrise auszulösen.

Ein historisches Modell dafür sei, auch wenn es absurd klinge, die britische Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg. Ohne Sozialismus, ohne die Verstaatlichung von Unternehmen hätten die Briten damals innerhalb weniger Wochen begonnen, die Produktion zu steuern und an die veränderten Bedingungen anzupassen. So hätten trotz Güterknappheit letztlich alle gut versorgt werden können.

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Wilm Hüffer