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Der Bundestag verabschiedet das Lieferkettengesetz - Großer Wurf oder Papiertiger?

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Katastrophen wie die 2013 eingestürzte Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesh mit mehr als 1000 Toten sollen sich in Zukunft nicht mehr wiederholen. Das am Freitag, den 11. Juni im Bundestag zur Abstimmung stehende Lieferkettengesetz soll deutsche Unternehmen zwingen, bei ihren Zulieferern auf die Einhaltung von Menschenrechten und sicheren Arbeitsbedingungen zu achten.

Wirtschaft Das Lieferkettengesetz – Mehr Verantwortung für faire Produktion

Soziale und ökologische Standards sollen auch in den Herstellerländern gelten. Deshalb nimmt das Lieferkettengesetz die Unternehmen in die Pflicht. Sie sollen diese Standards kontrollieren.  mehr...

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Ob das Gesetz diese Wirkung entfaltet, sei aber noch offen, sagt die Juristin Eva-Maria Kieninger. Die Professorin für internationales Privatrecht moniert: Ein direkter Klageweg für Betroffene fehlt in dem Entwurf. Wahrscheinlich müsse man die Präzedenzentscheidungen der Gerichte abwarten, um das Gesetz bewerten zu können.

Wenn es nach dem Willen des EU-Parlaments geht, wird die deutsche Gesetzeslage ohnehin bald überholt: EU-weit soll es, wenn die Kommission mitzieht, in etwa zwei Jahren ein noch strengeres Gesetz geben.

Forum Regeln gegen Ausbeutung - Braucht Deutschland ein Lieferkettengesetz?

Gregor Papsch diskutiert mit
Johanna Kusch, Initiative Lieferkettengesetz
Anne Lauenroth, Bundesverband der deutschen Industrie
Julia Thimm, Tchibo  mehr...

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Gespräch Globalisierung und Umweltstandards: Eine faire Lieferkette ist möglich

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will Unternehmen mit einem Lieferkettengesetz verpflichten, die Einhaltung sozialer und ökologischer Mindeststandards Ihrer Zulieferer zu garantieren. Das Argument der Unternehmensverbände, Transparenz lasse sich nicht herstellen, hält Eva-Maria Kieninger, Professorin für Deutsches, Europäisches und Internationales Privatrecht an der Universität Würzburg, für wenig plausibel.  mehr...

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Tagesgespräch Europa-Abgeordnete Anna Cavazzini, Grüne: "Ein Lieferkettengesetz lohnt sich für alle"

Die grüne Europa-Abgeordnete und Schattenberichterstatterin im Handelsausschuss, Anna Cavazzini, ist "sehr zufrieden" mit dem Abstimmungsergebnis im Europaparlament zum Lieferkettengesetz. Im SWR2 Tagesgespräch betonte sie, warum die europäischen Vorschläge viel weiter gingen als die der Bundesregierung.
Der enorme Kontrollaufwand loht sich in ihren Augen für alle - nicht nur angesichts der "riesigen Probleme" wie moderner Sklaverei, Zwangs- und Kinderarbeit, sondern auch als Wettbewerbsvorteil für die Hersteller. "Wir sehen, dass sehr viele Verbraucherinnen und Verbraucher immer mehr Wert auf solche Themen legen wie Nachhaltigkeit und Menschenrechte."  mehr...

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