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Mit dem Moskauer Vertrag vom 12. August 1970 erkannten Bundeskanzler Willy Brandt und sein außenpolitischer Emissär Egon Bahr die deutsch-deutsche Grenze und die Westgrenze Polens als unverletzlich an. Und schufen damit die Basis für die deutsch-deutsche Annäherung der darauffolgenden Jahre, für das Transitabkommen und den deutsch-deutschen Grundlagenvertrag. „Wandel durch Annäherung“ lautete das berühmte Motto.

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„Eine Art Kulturkampf“ sei die politische Auseinandersetzung in der Bundesrepublik um dieses Vertragswerk gewesen, so der Historiker Prof. Bernd Greiner, Gründungsvorsitzender des Berliner Kollegs Kalter Krieg. „Was insbesondere die CDU, die Springerpresse und Teile des ZDF, in Person von Gerhard Löwenthal mit seinem Politikmagazin, veranstalteten, war eine geistige Mobilmachung, hart an der Grenze zur Denunziation“, so Greiner in SWR2.

Auch US-Präsident Nixon und sein Sicherheitsberater Henry Kissinger seien anfangs konsterniert gewesen, so Greiner. Berühmt geworden seien die Worte von Egon Bahr während der Gespräche in Washington: „Ich bin nicht gekommen, um zu konsultieren, sondern zu informieren.“ Ein Ton, den man von deutschen Spitzenpolitikern in Washington nicht gewohnt gewesen sei.

Als leitend für die deutsche Außenpolitik könne man noch heute ansehen, dass Sicherheit niemals allein durch militärische Stärke gewonnen werden könne. Es sei damals gelungen, die „Sprache der Macht“ durch eine „Grammatik des Vertrauens“ zu ersetzen, so Greiner. Willy Brandt habe letztlich erkannt, dass man Sicherheit generell nicht mehr gegeneinander, sondern nur noch miteinander erzielen könne.

23.1.1970 Brandt will "gleichberechtigte Beziehungen" mit DDR

23.1.1970 | Bundeskanzler Willy Brandt schreibt am 22.1.1970 einen Brief an den Regierungschef der DDR, Willi Stoph. Er bietet darin Gespräche über gegenseitigen Gewaltverzicht und „gleichberechtigte Beziehungen“ an. Das ist schon deshalb bemerkenswert, weil die Bundesrepublik die DDR nicht als eigenständigen Staat anerkennt. Der Brief ist somit ein weiterer Schritt in Brandts Entspannungspolitik. Was Brandt in seinem Brief genau geschrieben hat, wird erst am folgenden Tag auf einer Pressekonferenz vorgelesen.  mehr...

Gespräch „Kein Frieden ohne Russland“: Matthias Platzeck fordert eine „neue Ostpolitik“

Obwohl der russische Präsident Putin im syrischen Bürgerkrieg auf der Seite des Regimes von Präsident Assad steht, plädiert Matthias Platzeck für eine Annäherung an Russland. „Wir sollten es versuchen“, sagt der SPD-Politiker im Gespräch mit SWR2. Seit der Annexion der Krim habe die westliche Sanktionsstrategie wenig bewirkt: „Die politischen Verhältnisse gleichen einem Scherbenhaufen“, so Platzeck. Daher sei eine Annäherung nötig. Matthias Platzeck war elf Jahre lang Ministerpräsident von Brandenburg. Er ist Vorstandsvorsitzender des Deutsch-Russischen Forums und leitet die Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ der Bundesregierung. Matthias Platzeck stellt sein Buch "Wir brauchen eine neue Ostpolitik" in einer Art Vorpremiere in Potsdam im Hans-Otto-Theater vor.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch Durch die Familiengeschichte zur Schriftstellerin geworden - Marion Brasch

Die Hörfunkjournalistin und Autorin Marion Brasch stammt aus einer der bekanntesten Bildungsfamilien der DDR.  mehr...

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