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Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will Unternehmen mit einem Lieferkettengesetz verpflichten, die Einhaltung sozialer und ökologischer Mindeststandards Ihrer Zulieferer zu garantieren. Das Argument der Unternehmensverbände, Transparenz lasse sich nicht herstellen, hält Eva-Maria Kieninger, Professorin für Deutsches, Europäisches und Internationales Privatrecht an der Universität Würzburg, für wenig plausibel.

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„Sicher ist es nicht ganz einfach, bis zum Saatgut den Weg eines T-Shirts zurückzuverfolgen, aber andererseits gibt es ja schon Zertifizierungen, zum Beispiel den „global organic textile standard“, bei denen die Unternehmen für die ganze Lieferkette nachweisen, dass sie biologisch und fair produzieren“, sagt Kieninger in SWR2 am Morgen.

„Wer jetzt noch sagt, es geht nicht, der will nicht.“

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) zum Streit über das Lieferkettengesetz

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hatte den Gegnern des Lieferkettengesetzes Angstmacherei vorgeworfen. Bei der Bundestagsdebatte über den Entwicklungsetat 2021 am 30. November sagte Müller, dass er gemeinsam mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) eine „Mittelstandskomponente“ in die Eckpunkte eingearbeitet habe. Damit solle Handwerkern und Mittelständlern die Angst davor genommen werden, die „zum Teil bewusst geschürt wird“, dass sie die geplanten Sorgfaltspflichten nicht erfüllen könnten. Er betonte: „Wer jetzt noch sagt, es geht nicht, der will nicht.“

Fairer Handel Deshalb sind faire Preise für Kakaobohnen schwierig umzusetzen

Ohne sie kommt kaum jemand aus: Schokolade. Fast zwei Tafeln pro Woche isst jeder von uns davon, knapp 10 Kilo jedes Jahr. Was für uns Hochgenuss, ist für die Kakaobauern vor Ort harte Plackerei. Viele können von ihrer Arbeit kaum leben. Wie kann man den Markt fairer gestalten?  mehr...

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Tagesgespräch VdU-Geschäftsführerin Claudia Grosse-Leege: "Sehe Deutschland im internationalen Wettbewerb"

Die Geschäftsführerin des Verbands deutscher Unternehmerinnen, Claudia Grosse-Leege, hält den Zeitpunkt für die Einführung eines Lieferkettengesetzes für unglücklich. In Corona-Zeiten wäre diese Hürde nur dann in Ordnung, wenn dies global für alle Unternehmen gelte, sagte Grosse-Leege im SWR. Zur Debatte steht die Verpflichtung deutscher Unternehmen, auf Sozial- und Umweltstandards auch bei ausländischen Zulieferern zu achten.  mehr...

SWR2 Tagesgespräch SWR2

Gesetze Schutz von Mensch und Natur: NGOs fordern Lieferkettengesetz

Menschenrechts- und Umweltorganisationen prangern an, dass der Verkauf und die Verwendung von bestimmten Pflanzengiften der Firma Bayer in Ländern außerhalb der EU erlaubt ist. Die Organisationen fordern ein Lieferkettengesetz, das klarere Regeln bringen soll.  mehr...

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