Trier Gertrud Schloss: "Rhythmus meines Lebens"

Stolperstein in der Saarstr. 31

Satirische Spottgedichte zu verfassen und politische Artikel in einer Zeitschrift zu veröffentlichen waren Gertrud Schloss' Weg um gegen die Nationalsozialisten vorzugehen. Dafür gab sie sogar ihre Identität auf.

Kurzbiografie:

Hier wohnte Gertrud Schloss (*18.1.1899). Die Fabrikantentochter Dr. Gertrud Schloss war Jüdin, Lesbe, Sozialdemokratin, Feministin, Journalistin und Dichterin. Sie entsprach in vieler Hinsicht dem Feindbild der Nazis und musste Trier mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten verlassen.

Von der Wehrmacht eingeholt

Unter dem Synonym Mary Eck-Troll lebte sie bis 1939 in Frankfurt am Main. Schließlich gelang Gertrud Schloss gemeinsam mit ihrem Bruder und ihrer Mutter die Ausreise nach Luxemburg. Als dort jedoch 1940 die deutsche Wehrmacht einmarschierte, wurde sie mit ihrem Bruder in das Ghetto Lodz in Polen verschleppt. 1942 wurde Gertrud Schloss im KZ Kulmhof ermordet.

Schreiben und politisches Engagement

Gertrud Schloss studierte Philosophie in Heidelberg und engagierte sich nach ihrer Rückkehr nach Trier 1923 in der "Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit". Regelmäßig veröffentlichte sie politische Artikel in der Zeitschrift "Volkswacht" sowie satirische Spottgedichte auf die Nationalsozialisten. 1932 veröffentlichte Gertrud Schloss ihren Gedichtband "Begegnungen", der auch Liebeslyrik enthielt.

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