Leben und Gesellschaft

Kunstverein Ludwigshafen startet „Chor der Visionen“: So klingt eine lebenswerte Stadt

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Welche Wünsche und Träume haben die Ludwigshafenerinnen und Ludwigshafener für ihre Stadt? Drei Tage lang trafen sich Menschen in einem Workshop, um ihre Zukunftsgedanken musikalisch zu Gehör zu bringen — über den Text wurde basisdemokratisch abgestimmt. Am Ende wurde die „Ode an die Stadt Ludwigshafen“ öffentlich aufgeführt. Das Projekt wurde, passend zur laufenden Ausstellung „Urbanität in Bearbeitung“, vom Kunstverein Ludwigshafen ins Leben gerufen.

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Wie kann Stadt zum Wohlfühl-Ort werden?

An einem sonnigen Herbst-Sonntag in Ludwigshafen stehen in der Bismarckstraße, mitten in der Innenstadt, zehn Sängerinnen und Sänger vor den abgeklebten Schaufenstern einer leerstehenden Bäckerei. Unterstützt werden sie von einer Trommel, einer Posaune und einem Keyboard.

Sängerin Coco Saphir leitet den Chor der Visionen. Gemeinsam mit dem Posaunisten Bernhard Vanecek und dem Komponisten Matthias Stoffel hat sie den dreitägigen Workshop, Teil des Rahmenprogramms „WERTstadt — Performative Urbanität“, geleitet, an dessen Ende nun das gemeinsame Lied „Lulu“ steht.

Ausgelassene Gesangsgruppe — der „Chor der Visionen“:

Vielstimmigkeit verbindet in diesem Projekt

„Am ersten Abend haben wir alle Nöte, Probleme und Beschwerden gesammelt, aber auch deren Visionen für Ludwigshafen: Was wollen sie haben, wie stellen sie sich das gute Zusammenleben eben vor. Und das haben wir zusammen erarbeitet, das heißt, in diesem Prozess kommt jeder zu Wort“, erzählt die Künstlerin.

Ein anstrengendes und zeitraubendes Experiment, auf das sie sich alle eingelassen haben. Die Melodie hatte Musikerin Coco Saphir vorher komponiert und als Vorschlag mitgebracht. Die Botschaft ist klar: alle wollen eine menschenfreundlichere Stadt — weniger Autos, mehr Bäume, Brunnen und Plätze. Posaunist Bernhard Vanecek schwärmt von der verbindenden Kraft der Musik.

2019 gab es bereits die „Beschwerde-Chöre“

Manche haben sich ganz spontan dem Workshop angeschlossen, weil sie die Musik aus dem Probenraum mitten in der City gehört haben. Auch die frühere Leiterin des Ludwigshafener Kunstvereins, Barbara Auer, singt mit. Sie hatte 2019 mit den sogenannten „Beschwerde-Chören“ den Anfang für solche Musikprojekte gemacht.

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