STAND
AUTOR/IN

Es fühlt sich an wie die längste Sperrstunde aller Zeiten: Durch den Corona-Lockdown sind viele Clubs und Bars seit bald einem Jahr geschlossen. Die Clubkultur-Szene leidet — versucht aber mit Initiativen auf sich aufmerksam zu machen.

Audio herunterladen (3,9 MB | MP3)

In Freiburg haben sich bereits vor mehreren Jahren verschiedene Akteur*innen zusammengeschlossen, um ihre Interessen gebündelt auf Stadtebene vertreten zu können — im Zuge der dringend nötigen Solidarität in der Pandemie-Lage haben sich die Freiburger*innen nun auf Landesebene mit Gruppen aus anderen Städten zur „Interessengemeinschaft Clubkultur Baden-Württemberg“ vereint. Langfristig soll damit auch Clubkultur als Teil der Kultur verstanden werden.

Politiker*innen zur Clubkultur-Förderung befragt

Die Gruppe hat im Januar 2021 die Parteien mit sogenannten „Wahlprüfsteinen“ zu deren Haltung zur Clubkultur befragt. Die Ergebnisse sind noch nicht veröffentlicht, aber im Rahmen des Open-Club-Days am 6. Februar 2021 hat die IG Clubkultur in einer Online-Konferenz mit Politiker*innen verschiedener Parteien gesprochen.

Erster Eindruck: Clubkultur liegt allen am Herzen. Klar, es ist schließlich Wahlkampf. Es wurden viele Themen diskutiert und fast überall herrschte Einigkeit: Das Nachtleben im Land muss gestärkt werden.

Mehr Geld, bessere Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, Aufklärung und Präventionsarbeit beim Thema Drogenkonsum, rechtliche Stärkung vorhandener Clubs und Bars auf dem Immobilienmarkt. Alles, um das Phänomen „Clubsterben“ einzudämmen.

Es muss sich was bewegen

Ob die Interessensgemeinschaft Clubkultur auch nach der Landtagswahl solche schönen Dinge hören wird und ob sich die Politik konkret um Verbesserungen kümmert, muss die Zeit zeigen — viel bleibt nicht, denn in Freiburg seien allein in den letzten zehn Jahren fast die Hälfte der 30 Tänzflächen geschlossen worden, so die IG Clubkultur.

Gespräch Corona und die Clubkultur: Stimmung im Berghain wie bei einem Begräbnis

Die Corona-Krise gefährdet die Existenz der weltweiten Clubkultur. Darauf hat der Autor und Pop-Experte Jens Balzer in SWR2 am Morgen hingewiesen. „Gerade weil es in den Clubs um kollektive Intimität und um Ekstase — um Nähe — geht, wird es mit der Clubkultur sehr lange dauern, bis sie wieder so aussieht, wie wir sie kennen, wenn es überhaupt dazu kommen wird“, so Balzer.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Clubkultur Mainzer Clubs fehlt die Perspektive

Seit dem 13. März haben die Mainzer Clubs geschlossen, die Rücklagen sind längst aufgebraucht, Schulden häufen sich an, Existenzen stehen auf dem Spiel. Mit Crowdfunding-Aktionen bitten die Clubbetreiber um Unterstützung. Ein gerade erst von der Stadt ins Amt gehobener Nachtkulturbeauftragter soll die Mainzer Clubs zusätzlich unterstützen.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

STAND
AUTOR/IN