Tagesgespräch

GdP-Bundesvorsitzender: Polizei benötigt im Kampf gegen organisierte Kriminalität mehr Personal

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AUTOR/IN
Sabine Hackländer

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Die Brutalität von kriminellen Banden hat laut dem heute vorgestellten Lagebild zur "Organisierten Kriminalität" zugenommen. Die Behörden konnten für ihre Analyse auf Daten eines Krypto-Messenger-Dienstes zurückgreifen, dessen Nachrichten in Frankreich und in den Niederlanden entschlüsselt wurden. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke, warnte im SWR2 Tagesgespräch vor dem Gewaltpotenzial der kriminellen Banden. Konflikte könnten auch auf der Straße ausgetragen werden. "Das bedeutet ein hohes Gefährdungspotenzial für Polizistinnen und Polizisten aber auch für die Gesellschaft."
Deshalb benötige die Polizei sehr gut ausgebildetes Personal, das in ausreichender Stärke vorhanden sei. "Das Problem bei den Ermittlerinnen und Ermittlern ist: sie müssen lange ausgebildet werden, um die Fähigkeit zu besitzen, organisierte Kriminalität zu erkennen und zu bekämpfen." Deshalb wünsche man sich von Seiten der Polizei, dass Bund und Länder mehr Geld für Personal und technische Ausstattung zur Verfügung stellen würden.
In der Diskussion um Forderungen nach konsequenter Abschiebung krimineller Ausländer äußerte sich der GdP-Bundesvorsitzende zurückhaltend. "Abschiebungen sind ein Baustein", sagte er. Eine Lösung werde dadurch aber nicht erreicht, da organisierte Kriminalität ein internationales Phänomen sei. Das Ziel von Ermittlungsarbeit müsse sein, "hochwertige Beweise zu erlangen, damit die Gerichte sehr hohe Haftstrafen aussprechen können. Das ist die Lösung."

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Sabine Hackländer