Gespräch

G20 berät über Zukunft für Tourismus: Nach Corona kommt CO2

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Der Tourismus nach Corona wird vermutlich so werden wie der Tourismus zuvor, vermutet Tourismus-Forscher Stefan Gössling: „Man hätte in dieser Krise noch viel mehr machen können, um Tourismus nachhaltiger zu gestalten.“

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Es gibt auch Positives zu verzeichnen...

Ein paar kleine positive Dinge seien aber passiert — etwa sei nun in Deutschland der nationale Flugverkehr zugunsten der Bahn beschränkt worden und einige alte Flugzeuge und Kreuzfahrtschiffe seien aus dem Verkehr genommen worden.

Gleichzeitig habe die Pandemie gezeigt, dass zum Beispiel Geschäftsreisen in der bisherigen Form nicht nötig seien. Es deute sich allerdings schon heute an, dass wir uns in Richtung des „neuen Normal“ bewegen, so Gössling.

Rückkehr zu alten Mustern

Der Wissenschaftler erklärt, dass es in der Vergangenheit nach Krisen stets eine schnelle Rückkehr zu alten Mustern gegeben habe — etwas nach der Finanzkrise 2008/2009.

Allerdings habe es sich dabei um keine so durchgreifende Krise wie die Pandemie gehandelt. „Da werden sich einige Ängste sicher noch länger halten“, sagt Gössling.

Schnell hinfliegen und instagrammen

Man stehe bald wieder vor der gleichen Frage wie 2018, als die Debatte um Billigflieger, Massen- und Über-Tourismus einige Länder an ihre Grenzen gebracht hatte.

Insbesondere eine Art „Must-See“-Tourismus habe sich über Social Media verbreitet, der nichts mehr mit einem eigentlichen Interesse für die Urlaubsregion zu tun habe, sondern lediglich der Darstellung diene, „ich war da“.

Über-Tourismus bleibt ein Problem

Ein tiefer Urlaubswunsch werde solche Tourismus-Trends sicher erstmal wieder aufleben lassen, meint Stefan Gössling, aber dann müsse man sich tatsächlich fragen, wie sich der Tourismus weiterentwickeln soll.

Am 4. Mai 2021 beraten die G20-Länder darüber, wie Urlaub nach der Pandemie aussehen könnte.

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