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Bei den Verhandlungen der EU über ein Handelsabkommen mit Großbritannien fordert die Europapolitikerin der Grünen, Franziska Brantner, mehr Druck auf Premier Johnson. Die europapolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag sagte im SWR Tagesgespräch, um den europäischen Binnenmarkt zu schützen, dürfe es keinen Deal um jeden Preis geben. Schließlich bestehe auch eine Verantwortung gegenüber den europäischen Unternehmern, Arbeitnehmern und Verbrauchern. Darum sei es auch richtig, die Unternehmen darauf vorzubereiten, dass es vielleicht zu keinem Handelsabkommen kommt. Das wäre schmerzhaft und schwierig, aber händelbar.

Gespräch EU-Gipfel debattiert erneut zum Brexit: Johnsons Mikado-Strategie und ihr Schaden

Boris Johnson hat der EU Druck gemacht beim Brexit. Der britische Premier will sich heute dazu äußern, ob ein Handelsabkommen zum Brexit noch zustande kommen. Rolf Langhammer vom Kieler Institut für Weltwirtschaft rät dazu, den Briten soweit wie möglich Zugeständnisse zu machen. "Die Alternative ist der große Knall", meint der Volkswirtschaftler, der gerade an einem Brexit-Gutachten für das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet. Er hofft: "Vielleicht setzt in London ja auch ein Lernprozess ein." Deshalb sieht Langhammer die Möglichkeit eines "kleinen" Handelsabkommens, das nur Industriegüter einschließe, aber keine Dienstleistungen. Im Fall eines Fehlschlags bei den Verhandlungen ist sich Langhammer sicher: "Die Briten haben die größeren Verluste, aber wir würden auch leiden." Er vermutet bei Johnson eine Mikado-Strategie: "Wer sich zuerst bewegt verliert." Leider werde auch in der britischen Öffentlichkeit der Brexit von der Corona-Lage verdrängt. Langhammer glaubt: "Das spielt Johnson in die Karten." Rolf Langhammer war Vizepräsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel und ist Experte für die Probleme, die sich wirtschaftlich für Großbritannien durch den Ausstieg aus der EU ergeben  mehr...

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